Die Dörnigheimer Fußballer, darunter der DSV, sollen umziehen.
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Die Dörnigheimer Fußballer, darunter der DSV, sollen umziehen.

Maintal

Sportzentrum in „Grüner Mitte“

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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SPD und CDU bringen eine zentrale Sportstätte in der „Grünen Mitte“ auf den Weg. Die anderen Parteien im Stadtparlament üben scharfe Kritik an dem Beschluss. 2011 wurde das Vorhaben wegen Konflikten mit Grundstücksbesitzern aufgegeben.

Hanns P. Golez richtet einen letzten Appell an die Stadtverordneten. In den Plänen von SPD und CDU spiele die Natur „keine Rolle“, warnt der Maintaler Nabu-Vorsitzende. „Schauen Sie sich die Umweltverträglichkeitsstudie aus dem Jahr 2007 noch mal an“, fordert Golez von den Parlamentariern. „Die Studie spricht nicht für den Standort ,Grüne Mitte‘.“ Sie betone, dass es dort sehr viele schützenswerte Tiere und Pflanzen gebe. Golez‘ Appell wirkt nicht. Die Entscheidung kommentiert er schließlich mit einem ironischen Klatschen.

In der Sitzung des Parlaments am Montagabend haben SPD und CDU eine zentrale Sportstätte in der „Grünen Mitte“ auf den Weg gebracht. Die beiden größten Fraktionen im Stadtparlament stimmten geschlossen für ihren eigenen Antrag, die Grünen, die Wahlalternative Maintal (WAM), die Gruppe der Alternativen in Maintal (GAM) und die FDP stimmten dagegen. Ursprünglich sollten die Anlagen Eichenheege und Dicke Buche zusammengelegt werden. Um das mehr als fünf Millionen teure Projekt zu finanzieren, sollte die Eichenheege als Bauland verkauft werden. Das hatte eine AG Sportstätten mit Vertretern der Fraktionen, Vereine und des Magistrats vorgeschlagen. Doch SPD und WAM lehnten dies ab und präsentierten eigene Vorschläge. Die WAM tritt für eine Fläche zwischen Kennedystraße, Kesselstädter Straße und Gewerbegebiet Ost ein.

Der jetzt gefasste Beschluss sieht eine „Zusammenführung der Freisportanlagen der Fußballvereine im Stadtteil Dörnigheim“ vor. Standort soll die Fläche zwischen Schwimmbad, A 66 und Querspange sein – die „Grüne Mitte“. In dem Antrag heißt es weiter: Der Magistrat soll die Grundstücke kaufen, mit den Vereinen Kontakt aufnehmen und prüfen, ob Tennisplätze, „multifunktionale Freizeitsportplätze“ und andere Einrichtungen in die neue Sportstätte integriert werden können, zum Beispiel ein Spielplatz oder eine Joggingstrecke. Zudem soll die Stadt die Verkehrsanbindung der „Grünen Mitte“ verbessern. Die Kosten für die zentrale Anlage sollen durch den Verkauf der frei werdenden Sportstätten gedeckt werden.

Opposition spricht von „Rolle rückwärts“

Pläne, in der „Grünen Mitte“ ein Sportzentrum zu errichten, bestehen schon seit Jahren. Weil es Proteste wegen Bedenken beim Landschaftsschutz und Konflikte mit Grundstücksbesitzern gab, wurde das Projekt 2011 aufgegeben. Damals distanzierte sich die SPD von dem Vorhaben.

In der heftigen, etwa zwei Stunden langen, Debatte am Montag warfen Grüne und WAM der SPD mehrfach vor, sie habe eine „Rolle rückwärts“ gemacht. Der Grüne Friedhelm Duch hielt der SPD ein Zitat aus dem Jahr 2011 vor. Darin heißt es, dass sich die Partei „aus Respekt vor der Bürgermeinung“ gegen die „Grüne Mitte“ entschieden habe. „Ihr Respekt vor den Bürgern ist nicht mehr da“, sagte Duch in Richtung SPD. Zudem würden die jetzigen Pläne den Bau einer Sportstätte um mehrere Jahre verzögern. WAM-Fraktionschef Jörg Schuschkow fragte: „Warum sollten die Grundstückseigentümer in der ,Grünen Mitte‘, die damals ihr Veto eingelegt haben, ihre Meinung jetzt ändern?“ Klaus Seibert von der WAM bemängelte, dass der Natur- und der Hochwasserschutz in dem Antrag von CDU und SPD überhaupt nicht berücksichtigt werde.

Die beiden Fraktionschefs von CDU und SPD, Markus Heber und Sebastian Maier, verteidigten ihr Projekt vehement. Der Standort „Grüne Mitte“ sei der „beste Kompromiss“, lasse sich am besten erweitern und finanzieren. Er biete viele Möglichkeiten für die Zukunft, sowohl für den Vereins- als auch für den Freizeitsport, sagte Maier. Auch Vereine aus anderen Stadtteilen könnten dort später ein sportliches Zuhause finden.

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