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Als der Sport revolutionär war

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Hanauer Turner kämpften mit "Turnvater" Friedrich Jahn für Bürgerrechte, Freiheit und Demokratie. Sie marschierten mit einem Ultimatum zum Kurfürsten nach Kassel, um gegen Hunger, Unterdrückung und Ausbeutung zu protestieren. Und sie gründeten am 3. April 1848 an der Wallonisch-Niederländischen Kirche in Hanau den Deutschen Turnerbund.
Hanauer Turner kämpften mit "Turnvater" Friedrich Jahn für Bürgerrechte, Freiheit und Demokratie. Sie marschierten mit einem Ultimatum zum Kurfürsten nach Kassel, um gegen Hunger, Unterdrückung und Ausbeutung zu protestieren. Und sie gründeten am 3. April 1848 an der Wallonisch-Niederländischen Kirche in Hanau den Deutschen Turnerbund. © dpa

2012 feiert die Turngemeinde ihr 175-jähriges Bestehen - weit mehr als ein Vereinsjubiläum. Hanauer Turner kämpften 1848 für die Freiheit und gründeten hier im selben Jahr den Deutschen Turnerbund.

Von Ute Vetter

Die Turngemeinde 1837 Hanau (TGH) feiert ihr 175. Jubiläum zwar erst 2012 - doch schon jetzt bereitet der eigens gegründete Förderverein mit Ex-Oberbürgermeisterin Margret Härtel an der Spitze das Großereignis des Groß-Vereins mit fast 3500 Mitgliedern gründlich vor.

Denn es gilt nicht "nur" ein Vereinsjubiläum zu feiern, sondern die politische, demokratische und damit gesellschaftliche Bedeutung der TGH: Es waren Hanauer Turner, die in den Revolutionsjahren um 1848 als erste Kämpfer und Bürgerrechtler auf die Straße gingen.

Hanauer Turner kämpften mit "Turnvater" Friedrich Jahn und den TGH-Vorsitzenden August Schärttner und Christian Lautenschläger für Bürgerrechte, Freiheit und Demokratie. Sie marschierten mit einem Ultimatum zum Kurfürsten nach Kassel, um gegen Hunger, Unterdrückung und Ausbeutung zu protestieren. Und sie gründeten am 3. April 1848 an der Wallonisch-Niederländischen Kirche in Hanau den Deutschen Turnerbund.

Der galt damals allerdings nicht als Sportverband, sondern als politische Partei, die damals in dieser Form verboten war. "Es war sozusagen die erste demokratische Partei in Deutschland", betont Härtel.

Sie präsentierte gestern in der Jahn-Arena mit TGH-Präsident Robert Oestreich und Geschäftsführer Sven Rügner die neue Homepage zum Jubiläum. Und das neue Logo: ein Zielkreis in Schwarz, Rot, Gold. Dieses Symbol trug schon Schärttner anno 1848 an seinem breitkrempigen Hut. Festredner bei der Akademischen Feier Anfang 2012 ist Guido Knopp. Geplant sind zudem ein historisches Theaterstück, ein Galaabend und Sportereignisse.

Weitere Infos gibt es auf der Jubiläumshomepage unter: www.175Jahre.de.

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