Spiel mit Licht und Raum

Spektakuläre Installationen zeugen von der Kreativität Kazuo Katases

Kazuo Katase ist undogmatisch. Er hat sich auf kein Material, keine künstlerische Disziplin festgelegt. Der 61-Jährige widmete sich schon der Malerei, der Fotografie und er entwarf Bühnenbilder fürs Theater. In jüngerer Zeit aber ist er vor allem mit Rauminstallationen und Skulpturen hervorgetreten, wie er sie mit "Der Entwurf 2007" auch für den Kurt-Blaum-Platz in Hanau geschaffen hat. Und wie bei dieser - nachts von innen beleuchteten - Säule spielt Licht bei ihm häufig eine entscheidende Rolle.

Noch bis zum 30. Oktober ist im Zentrum für internationale Lichtkunst im westfälischen Unna Katases Installation "Am Tor - Bilderbuch ohne Bilder" zu sehen. Bei diesem Kunstwerk lässt er - in einem unverputzten Kellerraum am Ende eines schmalen Bühnenstegs - einen bleichen Mond aus Lichtschläuchen erstrahlen. Ein Werk, das sich auch als Kulturkritik, als Protest gegen Werbung und künstliche Beleuchtung versteht: "Der lineare, billige Lichtschlauch schlängelt sich überall durch die Nacht, um immer weiter zu verführen", erklärt Katase.

Wenn die Ausstellung ihre Tore schließt, wird die Lichtinstallation verschwinden. Katases Arbeiten sind immer für einen speziellen Ort bestimmt und können nicht einfach in andere Räume verlegt werden. Voraussichtlich noch bis 2010 wird in Kassel sein "Blue Dancer" die Fulda überspannen, um symbolträchtig das älteste mit dem neuesten Innenstadtviertel zu verbinden. Die bis zur Nichterkennbarkeit abstrahierte Figur geht ganz in ihrer Balancierstange auf. Zehn Meter lang ist dieser leuchtende Stab, tagsüber zeigt er sich milchig-weiß, um mit einsetzender Dämmerung in einem sanften Blau zu strahlen. Wie in Hanau spielt Katase auch hier mit der Verwandlung durch Licht, im Wechsel von Tag und Nacht.

Bereits seit 1998 schmückt sein "Ring des Seyns" das Klinikum in Ludwigshafen am Rhein. Ein riesiger roter Ring, zehn Meter im Durchmesser, hängt dort (fast) frei vor der Fassade und korrespondiert mit einem blau leuchtenden Neonring in der gläsernen Treppenhauskuppel des Gebäudes. Ganz anders wiederum wird sich Katase 2010 in der europäischen Kulturhauptstadt Essen präsentieren. Auf zwei künstlichen Inseln in der Ruhr will er ein japanisches Teehaus errichten und einen Kräutergarten bewirtschaften. Das Projekt hat er "Frosch und Teemeister" getauft. jft

Mehr Informationen gibt es im Internet unter: www.kazuo-katase.com

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