Maintal Büchereien

Zweite Chance für die Bürger

Die AG Büchereien soll mit strammeren Vorgabe über ein Konzept beraten. Derzeit gibt es in Maintal vier Büchereien. Teile des Parlaments und der Stadtverwaltung halten dies für zu teuer.

Die Arbeitsgruppe (AG) für die Büchereien bekommt eine neue Chance. Dieses Fazit zieht Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser (SPD) nach seinen beiden Gesprächsterminen mit den Fraktionsspitzen. Während die CDU sich dadurch in ihrer Haltung bestätigt fühlen dürfte, dass die AG-Mitglieder mehr Zeit für die Ausarbeitung eines Nutzerkonzepts brauchen, übt die AG-Vorsitzende Kritik an den politischen Vorgaben.

„Wir hatten uns Zeit erbeten, frei fantasieren zu können“, sagt Birgit Rabas. Doch damit täten sich einige Politiker offenbar schwer. Die Wachenbucherin versteht sich als Bindeglied zum Parlament. Dessen Vorsteher begleitet die AG bei der Arbeit an einem Konzept für die künftige Büchereienlandschaft. Die AG, im vergangenen Jahr gegründet worden, nachdem es heftigen Protest in Hochstadt und Wachenbuchen gegen die im Parlament offen diskutierte Schließung der dortigen Büchereien gegeben hatte.

Externer Moderator kommt

Karl-Heinz Kaiser war in der Stadtverordneten-Sitzung Anfang Juni jedoch zu dem Ergebnis gekommen, dass die AG bisher wenig Vorzeigbares erarbeitet habe. Daraufhin ließ das Parlament auf Betreiben der SPD die AG-Arbeit bis auf Weiteres aussetzen. Kaiser soll der AG nach der Rücksprache mit den Fraktionsspitzen nun klarere Vorgaben machen.

Ein externer Moderator soll jetzt in den kommenden Wochen die Vorschläge bündeln, die von der etwa 15 Personen umfassenden Bürger-Gruppe erarbeitet worden war. Kaisers Ziel ist, dem Parlament in dessen September-Sitzung konkrete Vorschläge machen zu können. Nach seinem Willen soll die AG deshalb bereits Anfang Juli wieder zusammen kommen.
Die CDU hatte nach dem jüngsten Stadtverordnetenbeschluss Kritik an der Aussetzung der AG geübt. Diese Entscheidung sei vorschnell getroffen worden. Von einem „Schlag ins Gesicht“ der Bürger hatte der stellvertretende Fraktionschef Martin Fischer gesprochen. Die CDU stehe zur dezentralen Struktur der Büchereien und wolle die Bürger auch an der Stadtentwicklung beteiligen. Die SPD kritisiert sie für ihr Drängen auf eine schnelle Entscheidung.

Derzeit gibt es in Maintal vier Büchereien – in jedem Stadtteil eine. Teile des Parlaments und der Stadtverwaltung halten dies für zu teuer und denken seit geraumer Zeit laut über Schließungen einzelner Standorte und den Aufbau einer Zentralbibliothek nach. Kaiser will verhindern, dass die AG sich ausschließlich um die Verhinderung von Schließungen kümmert. „Wir gehen vom gleichen Budget für die Büchereine aus wie zur Zeit“, sagt er.

"Bürger sind enttäuscht"

Birgit Rabas, die sich auch bei der Gestaltung der Ortsmitte von Wachenbuchen engagiert, spricht von „Enttäuschung“ auf Seiten der Bürger nach dem zwischenzeitlichen Aus für die AG. So seien weitere Sitzungstermine bereits anberaumt gewesen, vielversprechende Ideen für die Nutzung der Bibliotheken durch Kinder und Jugendliche benötigten jedoch weitere Beratung. „So schnell geht das nicht“, sagt sie.

Gleichzeitig räumt die AG-Vorsitzende ein, dass die bisherigen Gespräche wenig zielführend waren. Sie ist jetzt dabei, in Absprache mit Kaiser einen neuen Termin auszuloten. Der will dem Parlament bei dessen Sitzung am Montag ab 19 Uhr die neuen Leitlinien für die AG vorstellen.

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