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Sprachkurse sind ein Schwerpunkt der VHS.

Hanau

Zukunft weiter offen

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Nach einer Diskussion ist die Zukunft der Hanauer Volkshochschule (VHS) weiter offen. Es herrscht keine Klarheit über einen möglichen Umzug der VHS.

Am lautesten wurde ein 85-Jähriger. Fritz Reichert, einst Leiter der Hanauer Volkshochschule (VHS), schaltete sich am Dienstagabend in die Diskussion über die Zukunft der VHS ein. Entschieden pochte er darauf, dass es möglich sein müsse, auch in Rettungsschirm-Zeiten für eine gute Zukunft des Bildungsinstituts sorgen zu können.

Diesen Appell richtete er nicht nur an Land und Bund, die nach Reicherts Ansicht zur Drittel-Finanzierung zurückkehren sollten. Er richtete ihn auch an den Bildungsdezernenten Axel Weiss-Thiel (SPD). Der fühlte sich auf dem Podium in der Aula der Tümpelgartenschule „wie auf dem heißen Stuhl“, wie er gen Ende der zweieinhalbstündigen Diskussion sagte. Im Publikum saßen 60 Frauen und Männer, auf dem Podium sah er sich einem Kursleiter, dem Direktor des Hessischen Volkshochschulverbands, einer ehemaligen Referentin der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und dem Vorsitzenden des „Vereins der Freunde und Förderer der Volkshochschule der Stadt Hanau“ gegenüber. Der Verein hatte eingeladen unter der Frage „VHS Hanau, auch künftig der kompetente Partner für Bildung und Weiterbildung?“

Das Fragezeichen könne er jetzt wohl streichen, sagte Manfred Haas, Vorsitzender des Fördervereins, nach der Diskussion. Tatsächlich hatten alle Diskutanten betont, dass die VHS „ein ganz wichtiger Baustein“ im Hanauer Bildungsgefüge (Weiss-Thiel) sei, dass sie ganz unterschiedliche Menschen erreiche und dass sie ideologiefrei „Bildung und Aufklärung ohne Phrasen“ liefere, wie Mechthild M. Jansen sagte und damit Theodor W. Adorno zitierte. Und vom VHS-Verbandsdirektor Christoph Köck bekam die VHS ein großes Lob: Keine andere VHS in Hessen kümmere sich so vorbildlich um die Begleitung ihrer Kursleiterinnen und Kursleiter.

Doch die Bezahlung der Kursleiter mit laut Honorarordnung 21 Euro pro Unterrichtsstunde sei deutlich zu niedrig, sagte Franz Hössel, Sprecher der 300 freiberuflichen Kursleiter. Und das war nicht der einzige Unmut. Der Verein sei „verwundert und beunruhigt“, dass nur eine Fraktion – die Linke – auf den offenen Brief des Vereins geantwortet habe, sagte Haas. Und er selbst sei verärgert, dass sich alle möglichen Menschen zum Umzug der VHS in das Alte Kanzleigebäude äußerten, aber die Betroffenen nicht angehört würden. Der Förderverein sei klar gegen einen Ortswechsel.

Mehr gibt es nicht

Über einen Umzug sei noch nicht entschieden, sagte Weiss-Thiel. Klar sei aber, dass das städtische Gebäude bald leerstehe, die VHS am Ulanenplatz aber rund 150 000 Miete im Jahr zahle. Zudem könne es sinnvoll sein, die VHS wieder in die Innenstadt zu verlagern, nachdem sie rund 15 Jahre im Lamboy ihren Sitz hatte. Näher äußerte er sich nicht, versprach aber, dass es im neuen Gebäude „mindestens gleichwertige“ Räume geben sollte. Spätestens im Frühjahr 2015 solle die Entscheidung getroffen werden, sagte Weiss-Thiel.

Auf den Vorschlag von Haas, eine Zukunftswerkstatt für die VHS ins Leben zu rufen, ging der Bildungsdezernent nicht ein.

In Bezug auf die generelle Zukunft der VHS erklärte Weiss-Thiel zwar, er schließe „Gebührenerhöhungen für die nächste Zeit aus“. Ansonsten könne er aber nicht sagen, wie sich die finanzielle Situation Hanaus entwickeln werde. Es könne „nicht über ein Mehr“ diskutiert werden, sondern nur darüber „die Strukturen zu halten“. Das sei angesichts des Spardiktats die „Aufgabe dieses Jahrzehnts“.

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