Hanau Musikschule

Streit nach Musikschul-Entscheidung

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Der Steinheimer Ortsbeirat, fühlt sich bei der Entscheidung der Stadt, die Verantwortung für die Adolf-Schwab-Musikschule abzugeben, übergangen.

Nachdem das Parlament entschieden hat, dass die Stadt die Verantwortung für die Steinheimer Adolf-Schwab-Musikschule (ASM) abgibt, ist ein Streit entbrannt: In einem Brief an die Stadtverordneten kritisiert Steinheims Ortsvorsteher Klaus Romeis (CDU) die „Missachtung des Ortsbeiratsvotums“ durch die Mehrheit des Parlaments. Romeis wertet dies als „Geringschätzung unseres Stadtteilgremiums“. Die Ortsbeiräte seien von den Bürgern gewählt und könnten „einen respektvollen Umgang mit unseren Beschlüssen“ erwarten.

Der Ortsbeirat hatte – auch mit Stimmen der SPD – entschieden, dass die Stadt die Satzung der Musikschule nicht auflöst, bis die Zukunft der Schule geklärt ist. Romeis bemängelt, dass dem Beirat kein Konzept vorgelegen habe, wie den Kindern künftig günstiger und wohnortnaher Unterricht angeboten werden soll.

SPD-Fraktionschefin Cornelia Gasche antwortet, dass die SPD-Fraktion die Entscheidungen der Ortsbeiräte respektiere. Allerdings sei die Stadt zu „verstärkten Sparbemühungen“ gezwungen. Eine Ablehnung des Haushalts hätte „den Verzicht auf alle freiwilligen Leistungen“ zur Folge, so Gasche. Der Parlamentsbeschluss sehe ein „ortsnahes Angebot“ vor. Der Entscheidung des Beirates habe die SPD nicht folgen können, weil dies „eine automatische Vertragsverlängerung für ein Jahr“ bedeutet hätte.

Für die Zukunft gibt es bisher drei Optionen: Entweder die ASM geht in der Paul-Hindemith-Schule oder im Steinheimer Haus der Musik auf. Mit letzterem hat die Stadt eine Absichtserklärung unterzeichnet. Dagegen regt sich jedoch Widerstand: Es gibt Eltern und Dozenten, die einen eigenen Trägerverein gründen wollen.

Haus-der-Musik-Leiter Michael Schnadt sagt, es handele sich lediglich um einen kleinen Teil der Lehrer- und Elternschaft, der Großteil stehe dem Haus der Musik aufgeschlossen gegenüber. Der Name Adolf-Schwab-Musikschule würde erhalten bleiben, die Gebühren nicht erhöht, er könne alle Dozenten gut gebrauchen, sagt Schnadt. Lehrer und Schüler könnten die Honorare künftig selbst vereinbaren und im städtischen Gebäude an der Ludwigstraße bleiben, das er mieten wolle, so Schnadt. Am 14. Juni will er bei einem Infotag im Marstall informieren.

ASM-Leiter Andreas Sommer sagt, er wisse nicht genau, wie viele Lehrer und Eltern gegen die Variante mit dem Haus der Musik seien, aber es handle sich nicht nur um einen Widerstand von einer Handvoll Menschen. Er kritisiert, dass die Stadt „Tradition einfach über Bord wirft“. Anders als dargestellt, so Sommer, werde das Abgeben der Verantwortung Konsequenzen nach sich ziehen: „Es ist zum Beispiel sehr fraglich, ob alle Dozenten übernommen werden. Und ob es weiter eine Sozialermäßigung für Kinder gibt.“

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