Die Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Kirche in Hanau kann für die nächsten Jahre als gesichert gelten. Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) berichtet von einer "verlässlichen und tragfähigen Kooperation", von der die Kirchengemeinden Großauheim, Kesselstadt und Johanneskirche (unser Bild) profitierten.
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Die Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Kirche in Hanau kann für die nächsten Jahre als gesichert gelten. Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) berichtet von einer "verlässlichen und tragfähigen Kooperation", von der die Kirchengemeinden Großauheim, Kesselstadt und Johanneskirche (unser Bild) profitierten.

Hanau

Stadt sichert kirchliche Jugendarbeit

Hanau erhöht die finanzielle Unterstützung für die Jugendzentren der evangelischen Kirche bis 2013 um 20 Prozent - allerdings stellt die Stadt dafür auch Bedingungen. Von Detlef Sundermann

Von Detelf Sundermann

Die Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Kirche in Hanau kann für die nächsten Jahre als gesichert gelten. Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) berichtet von einer "verlässlichen und tragfähigen Kooperation", von der die Kirchengemeinden Großauheim, Kesselstadt und Johanneskirche profitierten.

Über Monate wurde an einem Konzept gefeilt. Hintergrund für das verstärkte finanzielle Engagement sind die Kürzungen der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Wegen der sinkenden Einnahmen aus der Kirchensteuer befindet sich die Kirche seit Jahren auf dem Sparkurs.

In der neuen sogenannten Dienstleistungsvereinbarung stockt die Stadt ihren Anteil an der Jugendarbeit von derzeit 50 auf maximal 70 Prozent bis zum Jahr 2013 auf. Die Stadtverordneten stimmten gestern dem Vertrag einhellig zu. Im Vorjahr lag der städtische Anteil bei 293.000 Euro. Die Summe bildet den Basiswert, der für zunächst vier Jahre jährlich um fünf Prozent steigen soll.

Charakter bleibt erhalten

Der finanzielle Beitrag der Stadt ist an bestimmte Vorgaben für die Kirchengemeinden gebunden. Mit dem Dienstleistungsvertrag verpflichten sich die Träger der Jugendzentren, "von der Stadt festgelegte fachliche Qualitätsstandards einzuhalten". Hierzu zählt laut Weiss-Thiel die Beschäftigung von "qualifiziertem pädagogischen Personal und eine jährliche Berichterstattung über die geleistete Arbeit".

Diese Vorgaben stellen die Kirchengemeinden jedoch nicht vor neue Anforderungen, sagte Dekanin Claudia Brinkmann-Weiß gegenüber der Frankfurter Rundschau. "Bei der Einstellung des Betreuungspersonals haben wir schon immer auf Qualität geachtet", sagt Brinkmann-Weiß. Die kirchliche Jugendarbeit findet deshalb bei der Stadt auch eine hohe Akzeptanz.

Dies zeige sich etwa in der bisherigen Kooperation und der wichtigen Stellung der Kirchengemeinden in der offenen Jugendarbeit. Auch werde seit geraumer Zeit die Arbeit dokumentiert. Dies geschehe auch im Hinblick auf die benötigten Gelder. Wichtig ist für die Dekanin: Mit dem Vertrag bleibt der Charakter der kirchlichen Jugendarbeit in vollem Umfang erhalten.

Brinkmann-Weiß äußerte sich erfreut über die höhere finanzielle Beteiligung der Stadt, auch wenn diese befristet ist. "Ich plane nur noch in Zeiträumen von zwei, drei Jahren", sagt sie. Bei den Kirchenfinanzen werde in den nächsten Jahren noch viel in Bewegung sein. Hanau soll bei den Kircheneintritten ein Spitzenreiter in der Landeskirche sein. Konterkariert wird dieser Trend allerdings von der demografischen Entwicklung.

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