+
Die Initiative der Adolf-Schwab-Schule will einen eigenen Trägerverein gründen und hat eine Unterschriftenaktion gestartet.

Hanau Musikschule

Stadt gibt Musikschule ab

Die Mehrheit im Parlament hat für die Vorlage des Magistrats gestimmt: Die Stadt stoppt ihre Zuschüsse und gibt die Verantwortung für die Adolf-Schwab-Schule ab.

Auf keinen Fall könne die Linke die Pläne des Magistrats unterstützen, sagt Jochen Dohn: „Eine Musikschule gehört zur öffentlichen Daseinsfürsorge.“ Auch der Steinheimer FDP-Abgeordnete Holger B. Vogt setzt sich vehement für den Erhalt der Adolf-Schwab-Musikschule ein, die in seinem Stadtteil eine Institution sei.

Christine von Eiff von der CDU fordert: „Die Unterrichtskosten dürfen nicht steigen. Zudem müssen die Kinder weiter die Möglichkeit haben, in der Nähe ihres Wohnortes zu lernen.“ Sie verstehe die große Unsicherheit unter Schülern, Eltern und Lehrern, so von Eiff. Denn von den Optionen für die Zukunft, die der Magistrat vorgestellt habe, sei noch keine spruchreif.

Einwände blieben wirkungslos

Die Einwände der Opposition blieben am Montag im Stadtparlament wirkungslos. Die Abgeordneten der Koalition aus SPD, Grünen und BfH stimmten für die Vorlage des Magistrats: Satzung und Gebührenordnung der Musikschule werden zum 31. Juli dieses Jahres aufgehoben, die Stadt stoppt ihre Zuschüsse und gibt die Verantwortung für die Adolf-Schwab-Schule ab. Der Antrag der CDU, die Pläne zurückzustellen, bis ein detailliertes Konzept für die Zukunft der Schule vorliegt, wurde abgelehnt.

Laut OB Claus Kaminsky (SPD) ist die Stadt nicht mehr in der Lage, die Musikschule zu finanzieren, weil Hanau bis 2017 schuldenfrei sein muss. Nach Angaben von Kaminsky hat die Schule, an der etwa 350 Schüler von 20 Honorarkräften unterrichtet werden, im vergangenen Jahr 163 000 Euro Gebühren eingenommen und 213 000 Euro ausgegeben. Für die Zukunft gibt es bislang drei Varianten: Entweder geht die Adolf-Schwab-Musikschule im ebenfalls in Steinheim beheimateten Haus der Musik auf oder in der Paul-Hindemith-Musikschule, die von der Stadt bezuschusst wird.

Oder Lehrer, Eltern und Schüler gründen einen eigenen Trägerverein. Mit dem Haus der Musik hat die Stadt bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet. Der OB hält das Konzept von Michael Schnadt, dem Leiter des Hauses, für überzeugend. Zudem könnte die Stadt bei dieser Lösung Mietzahlungen bekommen, wenn Schnadt die Adolf-Schwab-Schüler weiterhin im städtischen Gebäude in der Ludwigstraße unterrichten lassen will.

Dozenten fürchten schlechtere Arbeitsbedingungen

An der Schule regt sich Widerstand gegen die Variante mit dem Haus der Musik. Die Dozenten fürchten schlechtere Arbeitsbedingungen, die Eltern fürchten, dass ihre Kinder den Lehrer und den Unterrichtsort wechseln müssen. Joachim Erdweg und andere Eltern haben deshalb die Gründung eines Trägervereins angestoßen, mit dem sie die Schule selbst weiterführen wollen. „40 Jahre Adolf-Schwab-Musikschule kann man nicht einfach so wegwischen“, sagt Erdweg.

„Wir werden den Übergang begleiten und organisieren“, sagt Martin Hoppe, Leiter des städtischen Fachbereichs Kultur. „Die Schüler, Eltern und Dozenten werden zu nichts gezwungen. Sie können ins Haus der Musik gehen, müssen aber nicht.“ Schnadt sei allerdings der einzige, der bislang ein valides Konzept entwickelt habe, so Hoppe, die Elterninitiative habe noch keines vorgelegt. Das neue Musikschuljahr beginnt nach den Sommerferien. Bis dahin werde es eine Lösung geben, so Hoppe. Im Laufe dieser Woche werde er nochmal mit der Paul-Hindemith-Schule sprechen.

Schüler, Eltern und Lehrer wollen die Gründung eines Trägervereins vorantreiben. Und sie haben jetzt eine Unterschriftenaktion gestartet, in der sie fordern, dass an der Adolf-Schwab-Schule alles so bleibt, wie es ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare