Nidderau

Sprung über B 521

  • schließen

Die Bürgerinitiative „Ja zu Eichen, ja zum Sprung über die B 521“ kämpft weiter um das Bauvorhaben. Eichen mit seinen knapp 2000 Einwohnern habe ohne den „Sprung“ keinerlei Entwicklungs-Chancen.

Der Sprung über die B 521 könnte so einfach sein. Dieser Auffassung ist der Großteil der fast 100 Eichener, die sich am Freitagabend von der Bürgerinitiative „Ja zu Eichen, ja zum Sprung über die B 521“ über das Neuste informieren lassen. Doch bei der Politik finde man kein Gehör, empört sich die BI um ihre Wortführer Otmar Wörner und Wolfgang Stein.

Dem abwesenden Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) bescheinigt man zwar Aufgeschlossenheit. Doch sei er an den Koalitionsvertrag mit den Grünen von 2011 gebunden. In dem sei niedergelegt, dass man das Vorhaben, das die Stadtverordneten 2010 eigentlich beschlossen hatten, nicht mehr weiter verfolgen wolle. Hier werde einem gültigen Beschluss zuwidergehandelt, so Wörner.

Eichen mit seinen knapp 2000 Einwohnern habe ohne den „Sprung“ keinerlei Entwicklungs-Chancen, allein schon durch seine topografische Lage direkt an den Nidder-Auen und deren Überschwemmungsgebiet. „Wir sind von Wasser eingeschlossen. Wenn sie woanders hinspringen wollen als über die Bundesstraße, wird das ein Sprung ins Wasser“, erklärte BI-Mitglied Klaus Knapp.

Es fehlt der Wille

Während etwa Windecken oder Heldenbergen kräftig prosperierten, sei in Eichen wie auch Erbstadt Stillstand angesagt. „Wir sind die Verlierer der Stadt Nidderau.“, so Wörner unter donnerndem Applaus. Man werde das Gefühl nicht los, eine Entwicklung Eichens sei nicht erwünscht – trotz Abwanderungen, Leerständen, fehlenden Läden und Geschäften und mangelhafter Infrastruktur.

Dass Eichen gar nicht anders könne, als hangaufwärts auf dem 40 000-Quadratmeter-Acker zu expandieren, hören die Eichener vom Experten Walter Ruppel von der Bauträger- und Projektentwicklungsgesellschaft MIBEG aus Bad Soden-Salmünster, die sich auf die Entwicklung von Nahversorger-Gewerbeflächen spezialisiert hat. Ruppel hat einen Beispielplan vorbereitet: Vollversorger mit Parkplätzen, Feuerwehrgerätehaus, Tankstelle, Ärztehaus, Gewerbehallen. „Die Fläche ist dafür geradezu prädestiniert“, sagt er und habe eine „optimale Verkehrsanbindung“.

Das Argument des Magistrats, es gebe bislang noch keinen ansiedlungswilligen Vollversorger, lässt die BI nicht gelten. Es fehle der echte Wille.

An dem Tag melden sich auch einige wenige Skeptiker zu Wort, die etwa befürchten, der Ort werde durch das Mischgebiet jenseits der Bundesstraße zerschnitten. Sie befürchten auch, ein Vollversorger bergauf auf der anderen Straßenseite wäre für ältere Menschen kein Gewinn.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare