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Der Maintaler Umzug soll sicherer werden: Ein Foto aus dem Jahr 2010.

Maintal

Die Sicherheit geht vor

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Der Karnevalsumzug wird eine neue Route nehmen. Pöbeleien, Randale und Probleme mit Betrunkenen sollen so minimiert werden.

Der 35. Maintaler Fastnachtsumzug am 6. Februar wird auf der neuen Route über die Zeppelinstraße gehen, so wie es Ordnungs- und Straßenverkehrsbehörde empfohlenen haben. Die Hauptdurchgangsachse Kennedystraße wird gemieden. In einer von Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser (SPD), der SPD-Fraktion sowie den Grünen initiierten Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurden jetzt die Gründe erläutert und akzeptiert.

Zudem beschloss das Gremium einstimmig, 5000 Euro für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen bereitzustellen. Zuvor berichteten Polizei, Feuerwehr und Ordnungsbehörde ausführlich über ihre Erfahrungen mit dem Umzug in den vergangenen Jahren.

Und da habe es immer wieder Entgleisungen an den neuralgischen Punkten gegeben, etwa mit Pöbeleien, Randale oder mit Betrunkenen, die versuchten, Musikern ihre Instrumente zu entreißen. Auch sei es an manchen Stellen zu eng, das Gedränge zu groß und damit die Sicherheit nicht gewährleistet

Für Kaiser und die Vertreter der Parlamentsfraktionen bargen diese Informationen der Ordnungsbehörde und der Einsatzkräfte manches Aha-Erlebnis. Kaiser bemängelt, dass Magistrat und Stadtparlament vorher davon nicht erfuhren: „Es kann nicht sein, dass die Politik Jahr für Jahr auf der Ehrentribüne steht und vom Geschehen am und im Zug überhaupt nichts mitbekommt. Das muss man uns doch sagen.“

16 Polizeibeamte nötig

So musste er etwa erfahren, dass allein für die Verhinderung des privaten Durchfahrens der Kennedystraße während des Umzugs bis zu 16 Polizeibeamte nötig sind. Ordnungsdezernent Ralf Sachtleber (parteilos): „Die Politik hat das Problem erkannt. Es geht darum, die Kennedystraße freizuhalten, um Einsatzkräfte zu entbinden, die sich dann auf die neuralgischen Punkte konzentrieren können, damit es dort zu keinen Auswüchsen mehr kommt.“

Nun sollen von den 5000 Euro weitere sogenannte Drängelgitter und private Security-Leute gemietet werden. Heute wollen alle Beteiligte besprechen, wo genau diese Schutzgitter positioniert werden. Außerdem soll der Alkoholausschank an Kinder- und Jugendliche, die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes verstärkt kontrolliert und bei Missachtung unterbunden werden.

Es sei eine „wichtige und konstruktive“ Ausschusssitzung gewesen, sagt Kaiser: „Es ist letztlich sekundär, wie lang der Zug ist und ob er durch die Straße A oder B verläuft. Er soll sicher sein. Wir wollen nach dem ganzen Mist von Köln, Frankfurt oder Hamburg sagen können: Es war ein schöner Umzug.“

Bei den Fastnachtsvereinen war der neue Zugweg auf Skepsis und Ablehnung gestoßen, die Zeppelinstraße eigene sich nicht, der Umzug verliere an Attraktivität. Der Maintaler Umzug hat immerhin stets um die 90 Zugnummern mit Wagen, Fußgruppen und Musikern, insgesamt mehr als 1000 Teilnehmer. „Wir werden uns diese Probephase nun ansehen, wie sie sich auswirkt und im kommenden Jahr gegebenenfalls dafür plädieren, wieder die Kennedystraße zu nehmen“, sagt Günter Sauermilch, zweiter Vorsitzender des Karnevalszug Verein Maintal (KVM), der nun aber dankbar für die Unterstützung durch die Stadt Maintal ist.

Im Februar soll die Ordnungsbehörde dann dem Sozialausschuss über die diesjährigen Erfahrungen Bericht erstatten.

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