Hanau Weststadtkreis

Ringen um soziale Angebote

Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) sichert bis 2017 Zahlungen an das Weststadtbüro und das Kesselstädter Jugendzentrum zu.

Die Stadt Hanau werde das Kesselstädter Jugendzentrum bis 2017 und das Weststadtbüro bis 2016 – wie vertraglich vereinbart – finanzieren. Wie es dann weitergehe, wisse er noch nicht. Er hoffe, dass Hanau bis dahin seine Steuereinnahmen erhöhe und die angekündigte Kürzung aller freiwilligen Leistungen zurücknehmen könne. Das sagte Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) am Montagabend im Weststadtkreis.

Die engagierten Bürger unter Führung von Pfarrerin Ute Engel hatten den Stadtrat zu ihrer Sitzung eingeladen, um mit ihm über die Entwicklung ihres Stadtteils zu sprechen. Und weil sie fürchten, die Weststadt könnte durch Sozialabbau weit zurückgeworfen werden. OB Claus Kaminsky (SPD) hatte kürzlich bekanntgegeben, dass die Stadt alle freiwilligen Leistungen um 20 Prozent kürzen werde. Wegen der Vorgaben zum Rettungsschirm des Landes muss die Stadt bis 2017 einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen können.

Das Weststadtbüro ist seit 2001 Treffpunkt und Anlaufstelle der Stadtteilbewohner. Zu seinen Angeboten gehören Deutschkurse und Sozialberatung. Das Juz bietet unter anderem offene Treffs sowie Lern- und Bewerbungshilfe an und setzt auf eine intensive Beziehungsarbeit mit den Jugendlichen.

Folgekosten beachten

In der Diskussion zwischen Weiss-Thiel und den Bürgern aus der Weststadt ging es zum Teil hoch her. „Weshalb gibt die Stadt für Paillettenschirme viele zehntausend Euro und Millionen Euro für ein Gebäude auf dem Marktplatz aus? Eine Sozialarbeiterstelle kostet nur einen Bruchteil davon“, sagte ein Weststädter empört.

Weiss-Thiel verwies darauf, dass ein großer Teil der Bürger für die Schuldenbremse gestimmt habe. Die Kürzungen im Sozialen gehörten zu den Folgen und seien vom Land Hessen vorgegeben. Für die Überdachung der Bushaltestellen gebe es keine günstigere Lösung, weil Maßanfertigungen notwendig seien. Grundsätzlich brauche es Investitionen, um Hanau attraktiver zu machen. „Nur dann ziehen noch mehr Menschen und Unternehmen zu uns und zahlen hier Steuern, mit denen wir soziale Angebote finanzieren können“, so Weiss-Thiel.

Eine Bürgerin mahnte daraufhin, die Folgekosten sozialer Kürzungen nicht außer Acht zu lassen: „Was bringt es der Stadt, wenn sie kurzfristig 20 Prozent spart und langfristig viel mehr für Sozialleistungen zahlen muss?“ gha

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