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Rathaus an der Lamgstraße: Wo Gras wächst, würde Harlos einen Plenarsaal aufsatteln.

Hanau Rathaus

Das Rathausfoyer aufstocken

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In seinem „Bürgervorschlag Brüder Grimm“ entwickelt der ehemalige Kreishandwerksmeister Ernst Harlos Ideen für Marktplatz und Altstadt. Einer seiner Vorschläge ist, das Rathaus um einen Plenarsaal für das Stadtparlament aufzustocken.

Das Foyer des neuzeitlichen Rathauses könnte aufgestockt werden, um einen Saal für die Stadtverordneten und Räume für die Fraktionen unterzubringen; im Gegenzug könnte das Neustädter Rathaus am Marktplatz zu einem Brüder-Grimm-Zentrum werden. Das sind zwei Ideen aus dem „Bürgervorschlag Brüder Grimm“, den Ernst Alfred Harlos verfasst hat. Auf 20 Seiten hat der ehemalige Kreishandwerksmeister seine Ideen zusammengefasst und hofft nun, Bürger und Politiker von seien Vorschlägen überzeugen zu können.

Neuer Ort für Grimm-Zentrum

Harlos ist ein kritischer Begleiter der Entwicklung Hanaus, zuletzt war er Mitglied im Beirat zur Neugestaltung der Innenstadt. Seitdem kritisierte er immer wieder, dass dem Stadtumbau „das Besondere fehle“. In seinem 20-seitigen Bürgervorschlag hat Harlos sich mit dem Rathaus und dem Schlossplatz beschäftigt.

Ausgehend davon, dass die Stadtverordneten das Neustädter Rathaus aus dem 18. Jahrhundert derzeit nicht nutzen können, weil der Stadt die 7,5 Millionen Euro für Brandschutzauflagen und Fahrstuhl fehlen, verweist Harlos auf eine Idee, die vor einigen Jahren schon einmal diskutiert worden war: Der rote Sandsteinbau am Marktplatz sollte gar nicht mehr von der Politik genutzt werden. Stattdessen könne dort ein „Rat-Haus der Brüder Grimm“ eingerichtet werden. Ursprünglich wollte die Stadt im Kanzleibau am Schlossplatz ein Brüder-Grimm-Kulturzentrum einrichten. Diese Pläne hatte Oberbürgermeister und Kämmerer Claus Kaminsky (SPD) vor einem Jahr aber endgültig ad acta gelegt – zu teuer. Für ein Zentrum im Neustädter Rathaus müsse eine andere Finanzierung gesucht werden, schreibt Harlos, wie Sponsoren oder eine neue Stiftung.

Es bleibt das Problem, dass die Stadtverordneten derzeit zwischen Congress Park und Bürgerhaus Wolfgang pendeln. Dafür hat Harlos eine Lösung, die weniger als zwei Millionen Euro kosten soll: das Foyer des Rathauses zwischen Marktplatz und Langstraße aufstocken. Das mehrstöckige Rathaus wurde vor einigen Jahrzehnten rund um das Neustädter Rathaus in H-Form gebaut, dazwischen liegt ein eingeschossiges Foyer mit zwei Lichthöfen. In einem weiteren Geschoss über dem Foyer könnten auf 540 Quadratmetern ein Plenarsaal, Fraktionsräume und Lichthöfe untergebracht werden, hat Harlos ausgerechnet – und von einem Statiker prüfen lassen. Der Vorteil wäre, schreibt er, dass weder Treppenhäuser noch Flure oder Toiletten gebaut werden müssten, alles sei ja vorhanden sei. Der Plenarsaal würde neben den Räumen des Oberbürgermeisters liegen.

Auch am Schlossplatz sieht Harlos Potenzial. Für das Kanzleigebäude, das der Stadt gehört, greift er die Hotel-Idee auf. Die Stadt habe kein Geld für die Sanierung, deshalb biete sich ein privater Investor an, schreibt er. Ein Hotel sollte Investor HBB, der auf dem Freiheitsplatz das Einkaufszentrum baut, gegenüber vom Kanzleigebäude errichten. Doch mit dem Verzicht der Stadt auf das Grimm-Zentrum entfällt die Verpflichtung dazu, die Projekte waren im städtebaulichen Vertrag aneinander gekoppelt.

Mehr Platz für Gymnasium

Für das Hotel sollten mehrere Mehrfamilienhäuser abgerissen werden. An dieser Stelle könnte man nun einen Campus für die benachbarte Karl-Rehbein-Schule errichten, sagt Harlos. Das Gymnasium müsste dann nicht mehr an mehreren Standorten unterrichten. Harlos will zudem die Hindemith-Musik-Schule und die Volkshochschule in den neuen Campus integrieren. In den Gebäuden, die die Schule am Schlossplatz räumen würde, könne die städtische Baugesellschaft neue Wohnungen einrichten.

In der BfH sei darüber „lebhaft diskutiert“ worden, teilen die Bürger für Hanau mit und bezeichnen den Bürgervorschlag als „konstruktiven Beitrag zum Stadtumbau“. Vom Oberbürgermeister oder einem anderen Vertreter der Stadt war am Freitag keine Stellungnahme zu erhalten.

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