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Flüchtlinge an der griechisch-macedonischen Grenze (Symbolfoto).

Maintal

Polizisten statt Flüchtlinge

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Das Land übernimmt die für Flüchtlinge geplante Stätte in der Edisonstraße. Die Pläne für den Einzug der Polizei in die Immobilie seien von den ursprünglichen Plänen einer Notunterkunft für Flüchtlinge unberührt gewesen.

Dem Main-Kinzig-Kreis kommt nach eigener Auskunft sehr entgegen, wenn das Land die zunächst geplante Notunterkunft an der Edisonstraße im Gewerbegebiet von Maintal-Hochstadt als Betreiberin übernimmt. „Wir werden das Angebot gerne annehmen“, so Kreissprecher Frank Walzer auf Anfrage. „Wenn der Einsatzbefehl gekommen wäre, hätte der Kreis gemäß Katastrophenschutzgesetz die Unterkunft betreiben müssen.“ Und aus dem zuständigen Finanzministerium hieß es gestern, dass von einer Übernahme durch das Land auszugehen sei. Der Kreis hatte die Immobilie gesucht, gefunden und zwischen Land und dem Eigentümer vermittelt. Dem Vernehmen nach waren die Verhandlungen bis zur Unterzeichnung des Mietvertrages nicht einfach, weil der Vermieter im Ausland sitze.

Die Staatskanzlei hatte dem Kreis mitgeteilt, dass die ehemalige Firmenliegenschaft bis auf Weiteres nun doch nicht als Notunterkunft wie im vergangenen Jahr die Hanauer August-Schärttner-Halle gebraucht werde. „Aufgrund der neuen Ausgangslage wollen wir nun erst einmal die ehrenamtlichen Kräfte entlasten“, reagierte Landrat Erich Pipa (SPD) auf das Angebot. „Wir haben ja gezeigt, dass wir handlungsfähig und motiviert sind.“

Lange Suche

Weil zudem die Maintaler Polizeistation von der Kirchgasse in das vordere Bürogebäude an der Edisonstraße umziehen soll, ist das ohnehin Geschäftsbereich des Landes. Das städtische Gebäude in der Kirchgasse entspreche längst nicht mehr Anforderungen an eine moderne Polizeidienststelle. „Ich habe als Amtsleiter schon vor 20 Jahren mit dem Leiter der Wache Umzugspläne geschmiedet“, erinnert sich Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos), der erleichtert ist, dass die Polizei in Maintal bleibt. Was mit dem städtischen Gebäude in der Kirchgasse passiert, sei derzeit aber noch unklar.

Die Räumlichkeiten im hinteren Bereich der Liegenschaft aus dem Bürogebäude und einer ehemaligen Produktionshalle sollen auch neues Domizil des Ortsverbands des Deutschen Roten Kreuzes werden, dessen derzeitiger Standort bei der Feuerwehr in der Berliner Straße in Dörnigheim zu klein geworden ist.

„Es geht derzeit nur noch um das Wann und Wie der Übernahme“, erklärt Ministeriumssprecher Nick Pietzonka auf Anfrage. Die Übernahme durch das Land bedeute keinesfalls, dass da in nächster Zeit Flüchtlinge einziehen würden. „Wir können das nun möglicherweise sogar früher übernehmen.“ Ein Mietvertrag für die Polizeidienststelle starte zum ersten August, was nicht bedeute, dass die Polizei dann auch schon einziehe. Vielmehr seien noch einige Aus- und Umbaumaßnahmen erforderlich.

Die Pläne für den Einzug der Polizei seien zudem von den ursprünglichen Plänen einer Notunterkunft für Flüchtlinge unberührt gewesen. Es sei bereits lange nach einem geeigneten Objekt für die Maintaler Polizei gesucht worden, so Rudi Neu, Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen. Da spielten die Größe des Zuständigkeitsbereichs der Dienststelle, ihre Lage, Gesundheitsschutz, Barrierefreiheit, die Sicherheitsbedürfnisse und nicht zuletzt die Wirtschaftlichkeit eine Rolle.

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