"Neue Mitte" entsteht

Nidderau Baubeginn für das Großprojekt noch in diesem Jahr

Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) und der Investor Ten Brinke Bertram haben die Verträge zur „Neuen Mitte“ in Nidderau unterzeichnet. Ten Brinke hatte sich im Herbst in dem europaweiten Vergabeverfahren unter mehreren Investoren durchgesetzt, auch, weil der letzte Konkurrent seine Bewerbung zurückzog.

Der erste Spatenstich soll noch in diesem Jahr erfolgen. Auf dem 13 Hektar großen Gelände werden zunächst Gewerbebauten entlang der Konrad-Adenauer-Allee entstehen, heißt es. Später soll das sieben Hektar große Wohngebiet wachsen. Dazwischen ist ein Familien- und Kulturzentrum geplant. Der Investor wird das Areal komplett für die Stadt erschließen, wofür diese anteilig die Kosten trägt. Nidderau wird bei dem 36-Millionen-Projekt knapp zehn Millionen Euro ausgeben, so die Planung.

Auf den Investorenwettbewerb hatte sich Nidderau im August 2008 festgelegt. Ziel ist es, die Ackerfläche modern, generationengerecht und ökologisch mit Einkaufsmöglichkeiten, Dienstleistungsgewerbe, Kulturangeboten, Freizeiteinrichtungen und Passivhäusern zu gestalten. Entstehen soll ein profilstarkes, akzeptiertes Neubaugebiet für fünf Stadtteile, denen ein identitätsstiftendes Zentrum bisher fehlt.

Thomas Dilger, Geschäftsführer der beratenden Entwicklungsgesellschaft Nassauische Heimstätte/Wohnstadt, verteidigte das Verfahren. „Es bietet der Kommune die größtmögliche Sicherheit, eigene Ziele in der Stadtentwicklung zu verwirklichen, ohne die wirtschaftlichen Interessen von Stadt und Investor aus dem Auge zu verlieren.“ Nidderau ist nach Hanau die zweite Stadt, die das wettbewerbliche Dialogverfahren wählte. Fassaden- und Freiraumgestaltung werden noch in einem Lenkungsausschuss erörtert.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatte den Wettbewerb hingegen zuletzt für gescheitert erklärt, weil Ten Brinke weder zum Verkehrskonzept noch zum energieeffizienten Bauen zukunftsweisende Ideen präsentiert habe. So beabsichtige der Investor einen Großparkplatz mit 300 Stellplätzen und das geplante „Landmark-Gebäude“ sitze wie ein schwerer Betonklotz inmitten des Areals. (jan.)

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