Gegen 12.40 Uhr ist die Kette zwischen Markt und Kulturforum geschlossen.
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Gegen 12.40 Uhr ist die Kette zwischen Markt und Kulturforum geschlossen.

Hanau

Menschenkette für die Vielfalt

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Rund 350 Leute setzen trotz Regens und Kälte ein Zeichen für das Miteinander und bilden eine Menschenkette für die Vielfalt. Auch die Schauspieler der Grimm-Festspiele reihen sich in ihren malerischen Kostümen ein.

Hanau ist vielfältig, Hanau ist bunt. Hanau ist offen für alle Menschen, egal welcher Herkunft, Hautfarbe, welchen Alters, Glaubens, welcher Fähigkeiten und Neigungen. Dafür setzten rund 350 Menschen am Samstagmittag in der Innenstadt ein Zeichen und formierten sich zu einer Menschenkette, die letztlich vom Marktplatz bis zum Kulturforum reichte. Und das trotz Kälte und strömenden Regens.

Damit hatten selbst die Veranstalter nicht gerechnet, die wegen des Wetters zunächst vorsichtig planten, ob die Menschenkette, verbunden mit roten „Bändern der Vielfalt“, tatsächlich von der Ecke Krämer-/Hammerstraße bis zum Forum am Freiheitsplatz überhaupt zustande komme. Sie kam zustande. Und wie! Auch die Schauspieler der Grimm-Festspiele reihten sich in ihren malerischen Kostümen ein.

Dazu aufgerufen hatte das „Menschen in Hanau“-Projekt des Landes und der Stadt Hanau als Modellregion, das sich Inklusion, Integration und Teilhabe aller Menschen zum Ziel gesetzt hat. Gerade hatte das Projekt einen neuen Internetauftritt der Stadt präsentiert, der durch einfache Sprache und einfache Handhabung auch Menschen mit Einschränkungen, Migranten sowie Senioren mehr Teilhabe am gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben ermöglichen soll. Gerade für viele ältere Menschen ist die Teilhabe und Nutzung des Netzes sowie der neuen Medien und sozialer Netzwerke nicht selbstverständlich.

Gegen das Auseinanderdriften von Arm und Reich

„Wir leben in einer Gesellschaft mit Spaltungstendenzen. Dagegen gilt es ein Zeichen zu setzen, ein Zeichen für die Vielfalt“, erklärt Manfred Haas (72) seine Motivation, sich an der Menschenkette zu beteiligen. Er sieht das Auseinanderdriften von Arm und Reich, Alt und Jung, behindert, nicht behindert, einheimisch oder zugewandert, gläubig oder nicht. Das sei völlig egal, es gehe um ein Zeichen für Toleranz und Miteinander. „Es geht um Respekt und gegenseitige Aufmerksamkeit“ ist der Gewerkschafter überzeugt.

„Das Leben bekommt doch viel mehr Sinn, wenn man sich beteiligt, einbringt und sich für andere Menschen engagiert“, erklärt Adelheid Ebert (77) und verteilt fleißig „Menschen-in-Hanau“-Aufkleber sowie die roten Plastikbänder an die Teilnehmer.

Freilich hat sich auch die eine oder andere Politprominenz eingereiht, Stadtverordnete, Kreistagsabgeordnete. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir eine offene Stadt sind“, sagt die neue CDU-Fraktionsvorsitzende Isabelle Hemsley und hält sich wie alle Anderen tapfer an dem roten Band fest, das zwischen 12 Uhr und 12.40 Uhr immer mehr Menschen miteinander verbindet. Der Zusammenhalt der Generationen werde immer wichtiger. „Wir werden alle älter.“

Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck (SPD) sagt ins Megafon, um was es geht. Immer wieder fragen unbeteiligte Passanten, warum diese Menschenkette gerade am Entstehen ist. „Wir wollen Menschen zusammenbringen und ein Band zwischen allen Menschen aller Länder, aller Generationen und Kulturen, mit und ohne Beeinträchtigung“. Es ist Werbung für das Projekt der neuen Website. „Wir wollen Talente fördern, dass die Menschen eine Chance erhalten. Alle können bei unserem Projekt mitmachen und die Inhalte der Webseite sowie gemeinsame Aktionen und Projekte mitgestalten.“

Es solle Menschen eine Stimme gegeben werden, „die sonst nicht gesehen oder gehört werden.“

Alle Infos auf der Internetseite , per E-Mail an info@menschen-in-hanau.de sowie unter Telefon 06181/6682044 oder 06181/569518.

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