Hanau

Lotsen helfen nach dem Schlaganfall

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Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe startet ein Projekt, das nach Angaben der Partner hessenweit einmalig ist.

Menschen, die einen Schlaganfall erleiden, haben gute Chancen, gesund zu werden, wenn sie schnell von Spezialisten behandelt werden. Doch der Weg zurück in ein selbständiges Leben ohne Einschränkungen ist oft lang und das Risiko eines erneuten Hirnschlags hoch: 20 Prozent.

Deshalb hat das städtische Klinikum Hanau mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ein Projekt gestartet, das nach Angaben der Partner hessenweit einmalig ist: „HANNS“, was für „Hanauer ambulante Nachsorge nach Schlaganfall“ steht. Die wichtigste Rolle dabei spielen die Schlaganfall-Lotsinnen Florentina Porcellacchia und Mareike Dous. Sie lernen die Patienten auf der Schlaganfall-Station, der Stroke Unit, kennen und entwickeln einen gemeinsamen Plan mit Zielen, die sie im Jahr nach dem Vorfall anstreben. Bei den regelmäßigen Kontakten sollen Porcellacchia und Dous etwa Risikofaktoren im Alltag der Betroffenen erkennen und beherrschen, sie in der Reha unterstützen und den Therapieplan, wenn nötig, anpassen. Zudem helfen sie Betroffenen, sich im komplizierten Gesundheitssystem zurechtzufinden.

Dous war bislang auf der Stroke Unit im Einsatz, Porcellacchia als Schlaganfall-Lotsin für Kinder in England. Die Pflegefachkräfte haben sich unter anderem bei der Deutschen Schlaganfall-Hilfe weitergebildet. Die Akutversorgung auf der Spezialstation sei auf dem neuesten Stand, so Dous. „Bei unserer täglichen Arbeit haben wir aber beide festgestellt, dass die nachklinische Versorgung zu Schwierigkeiten und offenen Fragen führt.“

In der Unit werden pro Jahr gut 1000 Patienten mit akutem Hirnschlag behandelt, das Gros der Fälle im Main-Kinzig-Kreis. In den Units arbeiten interdisziplinäre Teams zusammen, darunter Ärzte, Physiotherapeuten Logopäden, Neuropsychologen.

Die Lotsen-Initiative orientiert sich an dem Projekt „Stroke OWL“, das die Deutsche Schlaganfall-Hilfe in Ostwestfalen-Lippe bereits etabliert hat. Den Anstoß gab die Hanauer Stadtverordnete Cornelia Gasche (SPD), die familiär betroffen ist. Von der Schlaganfall-Nachsorge durch Lotsen erfuhr sie von einem Schulfreund und regte an, dies auf Hanau zu übertragen, damit Patienten besser unterstützt werden.

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