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Lernen unter Bäumen

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Der Förderverein der Hohen Landesschule will Außengelände umgestalten.

Dazu, dass Schüler Glückshormone bei dessen Anblick produzieren, sei das Gelände der Hohen Landesschule (Hola) nicht geeignet, meint Roland Seeger. Auch wenn Schulleiter Joachim Bezler bei dieser Aussage des Forschers für Frei- und Spielraumgestaltung protestiert, muss er doch eingestehen, dass das Außengelände kein Blickfang ist.

Die Vereinigung der Freunde und Förderer des ältesten Gymnasiums der Stadt Hanau möchte das ändern und hat ambitionierte Pläne vorgestellt: In den nächsten fünf Jahren soll das Außengelände grundlegend umgestaltet werden. Stadtrat und Bildungsdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) unterzeichnete mit Förderverein und Schule eine entsprechende Rahmenvereinbarung.

„Lust am Lernen“

Nicht Schul- oder Pausenhof, sondern ein Campus soll das knapp 5000 Quadratmeter große Außengelände werden. Statt 1970er-Jahre-Charme mit Beton und sanierungsbedürftigem Sportbodenbelag soll ein Ort „zur Lust am Lernen“ entstehen, wie Seeger es nennt, bei dessen Anblick die eingangs erwähnten Glückshormone ausgeschüttet würden. Der Förderverein tritt dabei als Bauherr auf, für die Pflege wird die Stadt sorgen.

Und wird einiges zu tun bekommen, wenn alle vorgestellten Ideen verwirklicht werden: Dufthölzer, Sonnensegel und Sitzsteine sollen aufgestellt werden, ein Niedrigseilgarten, Balancierstege und „sinnliche Pfade“ zur Bewegungsförderung entstehen. Mit Marktschirmen und Holzfässern soll der Platz vor der Mensa einen Piazza-Charakter erhalten. Der jetzt nahezu unbrauchbare Bolzplatz mit Sandboden und zwei Metallrahmen als Toren soll zum Fußballfeld samt „Chillbereich“ mit Netzen zum Hinfläzen verändert werden. Ein Schulgelände eben, auf dem man gerne lerne, wie Weiss-Thiel sagt.
All diese Ideen haben aber auch ihren Preis: Eine halbe Million Euro müsste der Förderverein dafür aufbringen. „Deshalb haben wir modulbasiert geplant“, sagt Nina Walter, Vorsitzende des Fördervereins. Je nach Finanzierung werde nach und nach das Gelände erneuert.

Die Planung dafür erfolgte im vergangenen Jahr unter Mitwirkung von Schülern und Eltern. Weiss-Thiel betont, dass der städtische Haushalt eher Hilfe in Form von Beratung zuließe; der Förderverein ist daher auf Sponsoren angewiesen.

Zukunft der Kinder

„Es ist ein riesiges Unterfangen, das ist uns bewusst“, sagt Walter, „bundesweit ist es wohl einzigartig“. Aber eben auch eine wichtige Investition in die Zukunft der Kinder. Denn in angenehmer Umgebung lasse es sich leichter lernen.

In einem ersten Schritt wird in der Projektwoche Anfang Juli ein amphitheaterähnliches „grünes Klassenzimmer“ entstehen. Bei schönem Wetter könne dann der Unterricht auf Natursteinen im Schatten von Bäumen erfolgen. Mit einem Laubengang soll das grüne Klassenzimmer mit dem Schulhof verbunden werden.

Beim Schulfest im August soll mit einem Sponsorenlauf für die Bolzplatzumgestaltung gesammelt werden.

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