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Tagsüber eher unscheinbar, verwandelt sich der "Entwurf" abends in einen Blickfang.

Kunstwerk mit zwei Gesichtern

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"Entwurf" gibt Platz abends urbanes FlairDas neue Werk heißt Entwurf und ist doch ab heute schon eine feste Größe auf dem Kurt-Blaum-Platz in Hanau. Und der Volksmund hat auch schon zugeschlagen: Wundertüte sagt er - zum Leidwesen des Künstlers. Von Pamela Dörhöfer

Als gestern um kurz nach sechs die Lichter angingen in Kazuo Katases Kunstwerk, klatschten die Gäste vor dem Hotel am Kurt-Blaum-Platz spontan. Da fand dann auch mancher die schlanke Skulptur schön, der tagsüber noch von ihrer Unauffälligkeit enttäuscht war, als sie sich kaum gegen die weiß-grauen Wolken absetzte.

Wie ein Miniatur-Hochhaus mit vielen erleuchteten Fenstern auf jedem Stock reckte sich dagegen nun Katases "Entwurf" in den Abendhimmel. "Wie für die Stadt geschaffen" und "großartig" sei die Plastik, schwärmte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und malte sich aus, dass sie mit ihrer "Größe, Eleganz und Leichtigkeit" die "Qualität" besitze, "ein Wahrzeichen" zu werden. Auf jeden Fall aber werde sie im Zuge der "immer vergleichbarer werdenden Städte" Hanaus "lokales Potenzial stärken".

Der Bildhauer Claus Bury, Vorsitzender der Jury, die Katases Werk unter sechs Entwürfen ausgewählt hatte, sah noch einen weiteren Aspekt: Die Skulptur verweise auf die "moderne Technik, die in Hanau angesiedelt ist". Gemeint war damit unter anderem die Firma Heraeus, die in direkter Nachbarschaft angesiedelt ist und dort expandieren will.

"Hoffentlich erkennt die Geschäftsführung diese einmalige Chance und setzt eine richtige Weltklasse-Architektur hin", sagt Hans-Ulrich Weicker, Leiter des Hanauer Stadtplanungsamtes, der von Katases Werk begeistert ist. Der Kurt-Blaum-Platz stellt für ihn Hanaus "großstädtischsten Ort" dar, "da muss jetzt noch ein richtiger Dinosaurier im besten Sinne" hin. Weicker geht davon aus, dass in der Nähe des Kurt-Blaum-Platzes vor allem Verwaltungsgebäude entstehen werden.

Sorgenkind dieses südöstlichen Eingangs von Hanau bleibt aber das blaue Hochhaus an der Ecke zwischen Willy-Brandt- und Leipziger Straße. Das Gebäude steht nach wie vor leer, ist jetzt zwangsversteigert worden. Vermietungen scheiterten nach Auskunft von Weicker bislang meist an den mangelden Parkplätzen.

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