+
In die Jahre gekommen und zu klein: der Saalbau Schmid.

Nidderau

Knatsch um Eichener Bürgerhaus

  • schließen

Die Anbaupläne an die Sporthalle stehen in der Kritik. Saalbau Schmidt ist auf Dauer zu teuer. Am Freitag tagt die Stadtverordnetenversammlung.

Die Nidderauer Stadtverordneten sollen am Freitag den Anbau einer Multifunktionshalle an die Sporthalle als Bürgerhaus absegnen. Laut Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) ist Eile geboten, um noch Geld aus dem Dorferneuerungsprogramm abzurufen. Die Rede ist von 1,5 Millionen Euro als zinslosem Darlehen des Landes sowie 250 000 Euro aus dem Dorferneuerungsprogramm. Die Stadt erwirbt die der Grundschule angeschlossene Sporthalle vom Kreis in fünf Jahresraten zu 50 000 Euro, kann das Darlehen innerhalb von 20 Jahren zurückzahlen und schaffe damit Eigentum, erklärt der Verwaltungschef. So der Plan.

Aber es gibt Meinungsverschiedenheiten zwischen den Stadtverordneten-Fraktionen. Als „keinen guten Tag für Nidderau“ bezeichnet die CDU jenen 11. Juni, als sich der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Struktur- und Bauausschuss in einer gemeinsamen Sitzung, die auch eine Bürgerinformationsveranstaltung war, mehrheitlich für den Anbau aussprachen – gegen die Stimmen der Unionsfraktion.

Der Konsolidierungspfad der Stadt Nidderau werde dadurch außer Kraft gesetzt, so die CDU. Hinzu komme, dass der Bau eines Bürgerhauses eine freiwillige Leitung sei und die Aufsichtsbehörde beim Kreis ihn angesichts des Schuldenstandes der Stadt Nidderau gar nicht genehmigen dürfte, kritisiert CDU-Fraktionschef Uwe Richter. „Mit solider Haushaltsführung hat das Ganze nichts zu tun.“

Für Schultheiß ist es dennoch die einzige sinnvolle Lösung. „Wir brauchen Platz für unsere Vereine.“ In einer gemeinsamen Mitteilung kontern SPD und Grüne prompt die CDU-Kritik und verweisen darauf, dass die weitere Anmietung des Saalbaus Schmid mit erheblichen Folgekosten verbunden wäre, „ohne dass die Stadt Eigentum schaffen könne und nach 20 Jahren mit leeren Händen dastehe“. Der Vermieter des Saalbaus, der seit 1998 von der Ortsgemeinde als „Bürgerhaus“ für Veranstaltungen und Vereine genutzt wird, bestehe zudem darauf, dass die Mietkonditionen für einen Vertrag über 20 Jahre unter Verschluss bleiben sollen.

Allein deshalb sei der Anbau an die Sporthalle „alternativlos“. Zudem sei beim Saalbau Schmid, der bereits jetzt die ganze Woche über nur von einem Verein belegt sei, trotz angebotener baulicher Veränderungen keinerlei Raumgewinn möglich. Obendrein müsste der in die Jahre gekommene Bau energetisch saniert werden.

Für den Chef der Vereinsgemeinschaft, Oswald Schmitt, ist der Anbau selbstredend die optimale Lösung. Er hatte die Idee. „Da kann man den Festplatz, den Bolzplatz, die Kita mit einbinden. Hier entstehen Synergieeffekte.“ Die Kritik der CDU betrachtet er als „Störfeuer“ im Zuge des Bürgermeisterwahlkampfs. „Die Argumente für den Anbau kann man nicht vom Tisch fegen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare