Main-Kinzig

Kinderärztliche Versorgung im Kreistag

  • Jochen Dietz
    vonJochen Dietz
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Die Versorgung der Kinder und Jugendlichen soll außerhalb der Sprechstundenzeiten niedergelassener Ärzte an den Standort Offenbach angegliedert werden. Das stößt auf heftige Kritik bei der Kreisspitze.

Der Kreistag beschäftigt sich heute auf seiner konstituierenden Sitzung mit der kinderärztlichen Versorgung im Main-Kinzig-Kreis. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen hatte beschlossen, zum 1. Juli Bereitschaftsdienste neu aufzustellen. Dabei wurden aber weder die Gelnhäuser Kinderklinik noch ein anderer Standort im Kreisgebiet für einen pädiatrischen Bereitschaftsdienst in Erwägung gezogen. Die Versorgung der Kinder und Jugendlichen soll außerhalb der Sprechstundenzeiten niedergelassener Ärzte an den Standort Offenbach angegliedert werden.

Das stößt auf heftige Kritik bei der Kreisspitze. „Ein Beschluss, der uns sehr verwundert, denn somit soll die ambulante Versorgung der Kinder und Jugendlichen aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis außerhalb der Sprechzeiten in einer kinderärztlichen Bereitschaftsdienst-Zentrale in Offenbach erfolgen“, so Landrat Erich Pipa (SPD).

MKK-Klinik unberücksichtigt

Die Main-Kinzig-Kliniken versorgten seit mehr als zehn Jahren in der Kinder-Notaufnahme der Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin jährlich etwa 9000 Kinder und Jugendliche, so Pipa. Der Landrat und Hans-Ulrich Rhodius, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Main-Kinzig-Kinderklinik, sind sich einig, dass bestehende Strukturen der pädiatrischen Notaufnahme in die Planungen einbezogen werden müssten, da der Bedarf nachgewiesen sei.

Gerade der mittlere und östliche Teil des Main-Kinzig-Kreises fänden keine entsprechende Berücksichtigung. „Den Eltern kann nicht zugemutet werden, mit einem erkrankten Kind in eine Notfallsprechstunde nach Offenbach zu fahren, obwohl Versorgungskapazitäten in der Nähe sind“, sagt Pipa.

Deshalb werde heute im Kreisparlament eine Dringlichkeitsvorlage für die Einführung eines kinderärztlichen Bereitschaftsdienstes im Main-Kinzig-Kreis beraten. Es soll abgestimmt werden, dass die KV die Main-Kinzig-Kinderklinik als Standort für einen pädiatrischen Bereitschaftsdienst vorsieht.

Eine entsprechende Online-Petition auf www.mkk.de wurde bereits von mehreren Tausend Bürgern unterzeichnet, auch aus den Nachbarkreisen wie dem Kreis Aschaffenburg.

„Das ist ein deutliches Zeichen für die Dringlichkeit dieses Antrages“, erklärt Pipa. „Der Wunsch nach einer wohnortnahen Notfallversorgung von Kindern und Jugendlichen außerhalb der Sprechzeiten ist eindeutig.“

Die Kreistagssitzung beginnt heute um 9 Uhr und kann online auf www.mkk.de live verfolgt werden.

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