Noch ist unklar, was am Hanauer Schlossplatz geschieht.
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Noch ist unklar, was am Hanauer Schlossplatz geschieht.

Schlossplatz

Kein klares Wort zum Hotelbau

Beim Neujahrsempfang der Hanauer Altstadtgemeinschaft äußert die Interessengemeinschaft ihre Sorge um die künftige Nutzung des Kanzleigebäudes am Schlossplatz.

Von Jörg Andersson

Was geschieht am Hanauer Schlossplatz? Auch im Jubiläumsjahr der Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt (IGHA) wünscht sich Werner Bayer eine klare Antwort auf diese Frage. Dabei hat der Vorsitzende das Regierungsgebäude im Blick, eines der wenigen historisch bedeutenden Zeugen im Zentrum der Stadt, die den Bombenangriff vom März 1945 überstanden haben.

Die Idee, im historischen Bau ein Hotel zu etablieren, trieb deren Gegner einst in die Schlossplatzinitiative. Erst die Pläne, die alte Kanzlei, derzeit noch Stadtbibliothek, zum millionenschweren Brüder-Grimm-Kulturzentrum auszugestalten, deckt sich wieder mit dem Credo der IGHA, die Identität des Altstadtviertels in öffentlicher Hand zu bewahren.

Um so mehr beunruhigte es Bayer, dass nun wieder ein Hanauer Architekt im Gespräch sei, um dort eine Hotel-Dependance zu errichten, „um dem Magistrat einen Ausstieg aus den teueren Grimm-Kulturzentrumsplänen zu eröffnen“, wie er befürchtet.

Beim Neujahrsempfang der IGHA im Congress Park am Sonntagmittag hatte sich Bayer ein klärendes Wort von Oberbürgermeister erhofft. Doch der redegewandte Claus Kaminsky (SPD) umschiffte wortreich ein klares Bekenntnis. Tenor des OB: das mit mindestens zwölf Millionen Euro Kosten kalkulierte Kulturzentrum müsse so konzipiert werden, dass der Stadt kein weiterer Zuschussbetrieb erwachse. Dafür sei noch Zeit, da das Gebäude bis zum voraussichtlichen Abschluss des Stadtumbaus Ende 2014 Bibliothek bleibe. Ein Hotel wünsche sich die Stadt, fügte Kaminsky noch hinzu.

Die Neugestaltung Hanau mit dem Schwerpunkt Freiheitsplatz stand im Mittelpunkt des Festvortrages, in dem Harald Ortner vom Investor HBB den rund 100 Gästen den aktuellen Stand von „Hanau baut um“ darstellte. Alleine seit 2010 habe die Aufbruchsstimmung Hanau 1427 Neubürger und 6,4 Prozent Zuwächse an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten beschert, betonte zuvor bereits der OB und versicherte der IGHA weitere Unterstützung.

Als Ausdruck einer „Balance von Erneuern und Bewahren“, verwies Kaminsky auf die Turmhaube für die noch kahle Spitze des Johanneskirche. „Deren Krönung“ zum 10. IGHA-Geburtstag am 21. November erhofft sich auch Bayer, der noch kritisch auf die kurzfristig abgesagte „Friedrich Casimir von Hanau-Lichtenberg Ausstellung“ hinwies, auf die sich der Verein vier Jahre intensiv vorbereitet habe.

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