Maintal

Irritationen über Vorschläge

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Die SPD, die Wahlalternative Maintal (WAM) und der DGB werfen der Stadt vor, das weltweit operierenden Verbindungstechnologie-Unternehmen Norma zu verunsichern.

Die Stadt Maintal plane eine Stadtachse an dem Standort der Norma-Group vorbei, ohne die Unternehmensleitung konsultiert zu haben und stelle damit den Standort Maintal des weltweit operierenden Verbindungstechnologie-Unternehmens in Frage. So lautet der Vorwurf von SPD, Wahlalternative Maintal (WAM) und DGB in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Es lägen auch schon Architektenzeichnungen vor. So gebe es die Idee für eine vierstöckige Wohnbebauung auf einem Norma-Areal links der Bahnhofstraße in Richtung Hochstadt gesehen.

Das hat laut SPD-Fraktionschef Sebastian Maier, Herbert Hept (DGB)und Jörg Schuschkow (WAM) zu massiven Irritationen und Verunsicherungen innerhalb der Belegschaft und des Betriebsrats geführt. „Das ist das absolut falsche Signal. Es braucht ein klares Bekenntnis der hauptamtlichen Politik zum Norma-Standort Maintal. Da muss der Bürgermeister eindeutig Farbe bekennen“, erklärt Maier an die Adresse der Stadtspitze.

Immerhin gehe es um rund 600 Arbeitsplätze und den größten Gewerbesteuerzahler in Maintal. „Es kam zudem schon öfter vor, dass die Stadt Flächen verplant, die ihr nicht gehören“, sagt SPD-Mann Maier.

Geschäftsführung war entsetzt

„Der erste Schreck saß, die Geschäftsführung war entsetzt“, sagt Norma-Betriebsrat und DGB-Mann Klaus Ditzel. „Hätte man vorher mal mit uns darüber gesprochen, wäre es einfacher gewesen. Und das ausgerechnet jetzt, wo Norma in Verhandlungen wegen der Verlängerung der Standortgarantie ist“, befindet Ditzel. Wenn es in derart unmittelbarer Norma-Nähe zu einer Wohnbebauung komme, seien wegen der Rund-um-die-Uhr-Produktion Konflikte programmiert. „Das würde unsere Produktion einschränken“, ist Ditzel überzeugt. Bei Norma sei der Eindruck entstanden, man solle „enteignet“ werden, berichtet er.

In Bürgergutachten und Stadtleitbildgruppe stellt man sich unter dieser Stadtachse eine bessere Verbindung und ein näheres Zusammenrücken von Dörnigheim und Hochstadt vor.

„Dummes Zeug! Völliger Unsinn!“, sagt Bürgermeister Erhard Rohrbach (CDU) gegenüber der Frankfurter Rundschau. Da sei nichts dran. Tatsächlich seien zwar im Auftrag der Stadt auf Grundlage der Ideen aus dem Bürgergutachten und der Stadtleitbildgruppe verschiedene Szenarien und Visionen entworfen und auch gezeichnet worden, wie solche Stadtachsen ausgestaltet werden könnten. Doch Norma-Flächen seien davon „in keiner Weise betroffen“, stellt Rohrbach klar.

Er erklärt die Irritationen damit, dass auf einem Entwurf ein Gebäude eingezeichnet ist, das Norma einmal gemietet hatte, das aber inzwischen leer stehe. Nie sei seitens der Stadtspitze der Norma-Standort in Frage gestellt worden. Er zitiert außerdem den „ausdrücklichen Anspruch“ der Stadtleitbildgruppe: „Alle Planungen haben Rücksicht zu nehmen auf die Bestandssicherung vorhandenen Gewerbes.“

Die Geschäftsleitung der Norma-Group selbst wollte sich am Mittwoch nicht äußern.

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