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Ein Treppenhaus im Alten Schloss.

Schöneck

Investor in den Startlöchern

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Mitte 2015 soll die Sanierung des Alten Schlosses in Büdesheim beginnen. In dem denkmalgeschützten Gebäude sollen zehn Wohnungen entstehen.

Wenn es nach ihm ginge, könnte die Sanierung des Alten Schlosses in Büdesheim „lieber heute als morgen“ starten. Investor Werner Dietz sitzt gewissermaßen in den Startlöchern. Und nähme damit wohl eine große Last von der Gemeinde Schöneck, die das Alte Schloss zwar weiter nutzen, aber nicht sanieren kann. Derweil steht der endgültige Beschluss der Gemeindevertretung noch aus, ob man das Gebäude veräußert.

Die Mitte kommenden Jahres habe er für den Baubeginn anvisiert, erklärt Dietz gegenüber. Er verhandele derzeit intensiv mit Handwerksbetrieben, die Absprachen mit dem Denkmalschutz seien abgeschlossen, ein Brandschutzgutachten sei noch von ihm gefordert. „Wir arbeiten Hand in Hand mit den Behörden und dem Bauamt der Gemeinde Schöneck. Ich bin sehr optimistisch, dass alles klappt.“

Bürger wollen Bebauung vermeiden

Der auf historische, denkmalgeschützte Gebäude spezialisierte Investor aus Schotten und nach eigenem Bekunden Träger des Denkmalpreises des Landes Hessen, möchte insgesamt acht bis neun Millionen Euro investieren. Es sollen zehn Wohnungen im Schloss selbst entstehen sowie 30 bis 40 barrierefreie Wohnungen mit Betreuungsmodell in der Nachbarschaft des Schlosses. „Die Finanzierung ist gesichert“, stellt Dietz klar. Im ersten Quartal des kommenden Jahres will er den Bauantrag stellen, um Mitte des Jahres anfangen zu können.

Derweil formierte sich eine Gruppe Schönecker, die Alternativen überlegen. Sie wollen die Bebauung des Schlossgartens verhindern und die Sanierung des Schlosses etwa durch einen Teilverkauf hinkriegen. „Man muss doch nicht sofort das Tafelsilber verticken“, erklärt etwa Gernot Zehner.

Es gebe auch Zweifel, dass das Schloss noch einen angeblichen Verkehrswert von 1,5 Millionen Euro habe, sondern eher 600- bis 800.000 Euro. Die Gruppe will demnächst ihre Vorschläge unterbreiten und sucht noch Mitstreiter mit guten Ideen, um den „Ausverkauf“ des Schlosses zu vermeiden.

Allen gemeinsam ist das Ziel , dass das Alte Schloss zumindest teilweise weiterhin öffentlich genutzt werden kann, Foyer und Brendelsaal, etwa für Konzerte.

„Ich bin dankbar und offen für alle Vorschläge aus der Bürgerschaft, aber uns läuft allmählich die Zeit davon“, sagt Bürgermeisterin Cornelia Rück (SPD. „Der Investor wird auch nicht lange bei der Stange bleiben, wenn er nicht weiß, woran er ist. Natürlich sind Parkplätze und Verkehr ein Problem, das sich nicht wegdiskutieren lasse.“

Es gelte noch einiges an Hausaufgaben zu erledigen. Verkehrs- und Lärmgutachten im Auftrag der Gemeinde laufen, doch wann sie vorliegen werden, kann auch die Bürgermeisterin nicht sagen. „Uns fehlen da die Erfahrungswerte. „Aber ohne die Gutachten kämen wir ja gar keinen Schritt weiter.“

Investor: Wohnbebauung ist Voraussetzung

Ein Teilverkauf etwa von Ost- und Westflügel werde nicht funktionieren ist Investor Dietz überzeugt. „Die Schlossgartenbebauung ist doch überhaupt erst die Voraussetzung für die Schlosssanierung.“ Das ganze Projekt sollte doch besser in einer Hand bleiben. Und er habe die Erfahrung.

Gutachten hatten dem Alten Schloss einen erschreckend desolaten Zustand und einen Sanierungsbedarf von mindestens 350000 Euro bescheinigt. Sehr zum Entsetzen vieler Schönecker, die in dem Alten Schloss eines der letzten, wenn nicht gar das einzige historische Wahrzeichen der Gemeinde sehen.

In einer Bürgerversammlung Ende Juli wurde der Vorwurf laut, warum man das Gebäude so lange hat herunterkommen lassen. Ebenso kamen die Bedenken auf, eine Wohnbebauung bringe zusätzlichen Verkehr, Lärm und Parkdruck.

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