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Klappt noch nicht ganz, aber ein Anfang ist gemacht: Eine Tonne mit neuem Aufkleber.

Hanau

Hanau soll sauberer werden

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Eine neue Kampagne soll Bürger dazu animieren, ihren Abfall in die Mülleimer zu werfen. Denn nachdem die Innenstadt schick gemacht wurde, soll sie auch müllfrei werden.

Ich bin für jeden Dreck zu haben!“ und „Haste‘ mal ’ne Kippe?“ – diese Sprüche werden den Menschen auf den Hanauer Straßen in Zukunft öfter begegnen. Und zwar auf den Mülleimern mit der etwas sperrigen Bezeichnung „Unterflurmüllsammelbehälter“.

Die wurden schon vor ein paar Jahren angeschafft, können viel Müll schlucken und sollen in der Innenstadt für saubere Straßen sorgen. Nur: Bislang landet viel Abfall neben den Behältern oder sonst wo in den Fußgängerzonen und auf den Plätzen. Deshalb will die Stadt nun mit einer neuen Kampagne die Leute auf das Müllproblem aufmerksam machen und zum Umdenken anregen. Dafür wurden die Eimer mit lockeren Sprüchen und dem Slogan „Hanau sauber erleben“ versehen. Dies soll an die bereits vom Stadtumbau bekannte Zeile „Hanau neu erleben“ anknüpfen.

Laut Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) macht der Müll, den die Leute achtlos wegwerfen im Jahr 15 Tonnen aus. „Diesen Müll zu entsorgen, kostet deutsche Kommunen im Jahr insgesamt 900 Millionen Euro“, so Kaminsky bei der Vorstellung der neuen Aktion am Dienstag auf dem Marktplatz. Allein in Hanau würden jährlich rund 2,4 Millionen Euro nur für die Straßenreinigung ausgegeben, ergänzt Stadtrat und Umweltdezernent Andreas Kowol (Grüne).

Mit Bedacht gewählt

Kaminsky und Kowol haben laut eigener Aussage den Start der Kampagne mit Bedacht gewählt: „Jetzt wo die Stadt nach dem Umbau schick gemacht ist“, sagt Kowol, „soll sie auch sauber bleiben.“ Die umgestaltete Innenstadt mit den neuen Bänken, Wegen und Pflanzen könne dazu beitragen, dass die Bürger sich stärker darum bemühten, die Innenstadt sauber zu halten, glauben der OB und der Stadtrat.

Zudem sei die Kampagne bewusst zum Jahresanfang gestartet worden, an dem viele Menschen ohnehin gute Vorsätze hätten, so Kowol weiter. Daran könne man auch mit dem Appell, sich mehr um eine saubere Stadt zu bemühen, anknüpfen. Kowol betont, dass die große Vermüllung der Gegend nicht damit zu erklären sei, dass die Mülleimer voll seien.
Die Unterflurmülleimer fassen 635 Liter und werden in der Regel; je nach Standort; ein- bis zweimal in der Woche geleert. 45 dieser Behälter haben schon einen der Aufkleber bekommen, die die Kampagne im Straßenbild sichtbar machen, 20 weitere sollen folgen.

Horst Fehnl, Geschäftsführer der Hanauer Werbeagentur Teamwerbung 3.0, die das Konzept entwickelt hat, erklärt den Hintergrund der Sprüche auf den Abfallbehältern.
„Wir wollten nicht, dass das Ganze zu erzieherisch daherkommt.“ „Wenn ich groß bin, werde ich Müllcontainer“, „Artgerechte Müllhaltung“ und „Müllkommen“ sollten vielmehr sympathisch rüberkommen, die Leute zum Schmunzeln bringen und humorvoll zum Nachdenken anregen. Die Sätze, die bis Juni auch auf elf Müllfahrzeugen des Hanau Infrastruktur Service (HIS), an 13 Werbeflächen an Hauptstraßen und auf den Monitoren der Busse der Hanauer Straßenbahn (HSB) zu sehen sein werden, sind mit einer gezeichneten Mülltonne mit Augen und Mund abgebildet.

„Der Slogan ‚Los mach mit‘ aus dem Mund der Tonne spricht die Menschen direkter an, als wenn man sagen würde ‚Können Sie bitte ihren Müll in den Abfalleimer werfen‘“, erklärt Fehnl.

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