Hanau

Grünes Licht für Forschungsstätte

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Die letzte Hürde zur Ansiedlung des Fraunhofer Instituts ist genommen. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) wertet dies als „hervorragende Nachricht für den Wirtschafts-, Industrie- und Technologiestandort Hanau“.

Im April kündigte sich bereits an, dass ein lang gehegter Wunsch der Stadt in Erfüllung gehen kann. Nunmehr ist es sicher: Nachdem im Oktober der Senat der in München ansässigen Fraunhofer Gesellschaft sich für eine dauerhafte Projektgruppe auf dem Areal der ehemaligen Kaserne Wolfgang entschlossen hat, hat nun als letzte Instanz auch die Bund-Länder-Kommission grünes Licht gegeben.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) wertet dies als „hervorragende Nachricht für den Wirtschafts-, Industrie- und Technologiestandort Hanau“. Möglicherweise könnte aus der Gruppe für Werkstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie in sechs Jahren ein selbstständiges Institut entstehen, teilt die Gesellschaft auf Anfrage mit. Zurzeit hat sich die Fraunhofer Gruppe in Hanau mit 20 Beschäftigten bei der Umicore in Wolfgang eingemietet.

Die städtische Hanau Bauprojekt GmbH hat bereits für das Vorhaben von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben eine Fläche gekauft. „Das 1,4 Hektar große Grundstück wird nun zeitnah erworben“, sagte Gerhard Sextl, Leiter des Fraunhofer Instituts für Silicatforschung Würzburg, das die Entwicklung des Standortes begleitet. Das Gelände muss altlasten- und gebäudefrei übergeben werden, heißt es.

Baubeginn Mitte 2016

Zwischenzeitlich soll ein Raum- und Stellenplan für die voraussichtlich bis zu 75 Beschäftigten erstellt werden, der von den Bundesministerien für Forschung und Verkehr genehmigt werden müsse. Mitte 2016 könnte man mit dem Bauen beginnen, so Sextl. Die Fraunhofer-Gruppe Werkstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie werde weiterhin ihren Standort in Alzenau behalten und ausbauen, sagt Rudolf Stauber, Geschäftsführer der Forschungsgruppe. Im Unterfränkischen wird die Recyclingforschung angesiedelt bleiben, in Hanau soll im öffentlich-geförderten Auftrag und für die Industrie nach Ersatz für die seltenen Erden geforscht werden.

Diese Erden, die laut Stauber „Gewürzmetalle“ sind, ermöglichten etwa erst den Bau von Smartphones und anderer High-Tech-Elektronik im Kompaktformat. Der Verbrauch steige, damit werde die Gewinnung dieser Erden stetig schwieriger und teurer. Zudem seien die lohnenswerten Vorkommen geografisch sehr begrenzt. Mit billigeren Substituten werde somit auch eine Unabhängigkeit angestrebt.

Das Forschungsvolumen soll einmal acht Millionen Euro im Jahr betragen und muss den Institutsbetrieb zu zwei Dritteln decken. Nur ein Drittel steuert die Fraunhofer Gesellschaft zu.

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