Laut den Grünen soll zum Schutz der Anwohner auch auf der Lamboystraße nachts Tempo 30 gelten.
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Laut den Grünen soll zum Schutz der Anwohner auch auf der Lamboystraße nachts Tempo 30 gelten.

Hanau

Grüne für Tempo 30 in der Nacht

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Die Grünen stellen ihr Wahlprogramm vor. Mit ihren klassischen Themen wie Umwelt und attraktiver Nutzung des ÖPNVs wollen die Hanauer Grünen bei den Wählern besonders punkten. Hierzu soll ein nächtliches Tempolimit von 30 Kilometern in der Stunde auf dem Innenstadtring beitragen.

Weniger Verkehrslärm und sauberere Luft haben die Hanauer Grünen zu einem Programmschwerpunkt zur Kommunalwahl am 6. März gemacht. Am gestrigen Donnerstag stellten unter anderem Spitzenkandidat Andreas Kowol, gegenwärtig auch grüner Stadtrat, die Ziele der Partei vor. Betont worden ist hierbei ebenso, dass sich die Grünen in der Koalition mit SPD und Bürger für Hanau (BfH) wohlfühlen.

„Es kann so weiter gehen“, sagte Kowol. Wenn eine Sache gut läuft, warum solle sie dann nicht fortgesetzt werden, hieß es. Die gegenwärtige und künftige Politik der Grünen weise eine „große Schnittmenge“ mit der SPD und der von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) auf. Auch das bislang Erreichte spreche dafür: „Hanau ist heute top aufgestellt in der Region“, sagte Kowol.

Allerdings wünschen sich die Grünen ein deutliches Wahlergebnis, um in einem Regierungsbündnis politisches Gewicht zu erhalten. „Wir hoffen auf ein zweistelliges Ergebnis, zehn Prozent plus x“, sagte Kowol. Das sei ein realistisches Ziel. Denn die Politik der Grünen werde durch seine (Kowols) Arbeit vom Bürger wahrgenommen. Kowol machte aber auch klar, scheiden die Grünen aus der Koalition aus, drohe seine Abwahl als hauptamtlicher Stadtrat. Zur Erinnerung: Die CDU hatte 2012 mit einem Bürgerbegehren versucht, die Besetzung Stadtratstelle mit einem Hauptamtlichen zu verhindern.

Mit ihren klassischen Themen wie Umwelt und attraktiver Nutzung des ÖPNVs wollen die Hanauer Grünen bei den Wählern besonders punkten. Hierzu soll ein nächtliches Tempolimit von 30 Kilometern in der Stunde auf dem Innenstadtring beitragen. Für den Autofahrer soll dies mit keinen gravierenden zeitlichen Nachteilen verbunden sein, denn der wird mit einer „grünen Welle“ belohnt.

Sukzessive auch in Nebenstraßen Tempo 30

Die Tageszeit gebundene Geschwindigkeitsbeschränkung soll etwa für die Philippsruher Allee, Lamboystraße und die Vorstadt eingeführt werden. Gleichfalls soll in den Nebenstraßen sukzessive Tempo 30 gelten, nicht nur wegen der Lärm- und Abgasminderung, auch um Fahrradfahrern mehr Sicherheit zu geben. Denn der Radverkehr soll laut den Grünen „deutlich gestärkt werden“, dazu soll auch der Bau eines Radschnellwegs nach Frankfurt zählen. Ein besseres Klima soll in Hanau zudem mit der Aufforstung von stadtnahen Flächen entstehen.

Beim Thema Bildung haben sich die Grünen den Erhalt der Sekundarstufe I an der Tümpelgarten-Schule (TGS) ins Wahlprogramm geschrieben. Kowol erklärte, dass seit drei Jahren die Schülerzahlen an den Hauptschulen leicht steigen. „Im Prinzip hat sich die Prognose nicht bewahrheitet.“ Die Situation habe sich geändert. Die Listen-Zweite, Monika Nickel, bemerkte, dass hierzu künftig auch die Flüchtlingskinder beitragen. Allein in der Sportsfield Housing lebten zurzeit 60 schulpflichtige Kinder, die bald eingeschult werden müssten.

Programm der Grünen ist zudem, Hanau zu einem Hochschulstandort zu machen. Laut Kowol solle die Einrichtung nach dem dualen System ausbilden, hierbei solle das Potenzial der Hanauer Industrie eingebunden werden. Die Finanzierung könne über das Land geschehen.

Die Grünen wollen sich gleichfalls jugend- und bürgernah zeigen. Eine Stätte für junge Kultur soll es wieder geben nach dem Vorbild Schweinehalle. Bürgernah, weil etwa die Sperrmüllgebühren abgeschafft werden sollen.

Das Wahlprogramm ist unter www.gruene-hanau.de zu finden.

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