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Große Pläne gibt es für das Bahnhofsumfeld. (Archiv)

Stadtentwicklung in Hanau

Große Pläne für Bahnhofsumfeld in Hanau

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Wohnungen, Unternehmen, ein Hotel - das alles soll sich um den Hanauer Hauptbahnhof ansiedeln. Die Stadt strebt dazu eine "städtebauliche Entwicklungsmaßnahme" an. Sie könnte dann im Extremfall Besitzer enteignen.

Geschäfte, Wohnhäuser, ein Hotel und die Ansiedlung von Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen – solche Ziele verfolgt die Stadt Hanau bei ihren Plänen für das Hauptbahnhofareal. Dabei geht es nicht nur um die unmittelbare Umgebung des vor mehr als 50 Jahren in Betrieb genommenen und seither kaum erneuerten Bahnhofs. Sondern um insgesamt etwa 25 Hektar, von der Kreuzung Dettinger Straße/Am Hauptbahnhof im Nordwesten über das Gebiet zwischen Industrieweg und den Bahngleisen bis zur Bundesstraße 43a.

Um stärkeren Einfluss auf die Zukunft der Flächen nehmen zu können, strebt der Magistrat eine sogenannte städtebauliche Entwicklungsmaßnahme an. Den ersten Schritt dazu – eine vorbereitende Studie, welche die städtische Bauprojekt GmbH erstellt – hat das Gremium um OB Claus Kaminsky (SPD) jetzt beschlossen. Mitte des Monats entscheiden die Stadtverordneten darüber.

Eine solche Maßnahme würde der Stadt sehr weitgehende Planungs- und Eingriffsmöglichkeiten bieten. Sie könnte zum Beispiel bei Grundstücken ein Vorkaufsrecht nutzen, im Extremfall wären sogar Enteignungen möglich.

Nach dem Umbau zentraler Orte wie des Freiheitsplatzes sei die Entwicklung der Innenstadt noch nicht abgeschlossen, sagt Kaminsky. Es fehle an einer „städtebaulichen Verbindung zwischen Hauptbahnhof und City“. Das Bahnhofsumfeld benötige endlich einen Wandel, „damit ein modernes zentrales Entree auch an dieser Stelle zu einem besseren Image der künftigen Großstadt Hanau beiträgt“.

Kooperation mit Besitzern

Im westlichen, in Innenstadtnähe gelegenen Gebiet hält der Magistrat „hochkarätige Nutzungen wie Forschung und Entwicklung“ sowie Dienstleistungen und ein Hotel für denkbar, auf der östlichen Seite Gewerbe. Auf dem Gelände der ehemaligen Rütgers-Holzwerke sind Teile des Bodens verunreinigt. Die brachliegende Fläche muss zunächst saniert werden.

Die 25 Hektar gehören verschiedenen Eigentümern. Die Stadt Hanau selbst hat neben dem Bahnhof städtische Betriebe wie die Hanauer Straßenbahn und ihren Bauhof untergebracht. In den Gebäuden herrscht großer Sanierungsstau. Die Stadt plant daher, die Eigenbetriebe und Firmen in die Großauheimer Underwood-Kaserne zu verlagern, um Platz für einen Gewerbepark zu schaffen.

Mit der Bahn und ihrer Tochter DB Immobilien hat die Stadt bereits Konzepte für die dringend notwendige Modernisierung des Bahnhofs ab 2020 sowie eine Nutzung der angrenzenden leerstehenden Gebäude entwickelt.

Ein weiterer Partner ist das Unternehmen Heraeus Quarzglas, dessen Areal zwischen Hauptbahnhof und Ehrensäule in den kommenden Jahren frei wird, weil die Firma umzieht. Heraeus und die Stadt verhandeln derzeit über eine Kooperation. Hier könnte die Möglichkeit bestehen, Wohnraum zu schaffen.

In der Beschlussvorlage für die Stadtverordneten heißt es, auch alle anderen Eigentümer, Mieter, Pächter sollen „über die Zielvorstellungen der Stadt informiert und intensiv in die Zieldiskussion einbezogen werden“. Die großen Linien wolle aber die Stadt bestimmen.            

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