Nidderau

Fleißige Bagger für Umgehung

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Die Arbeiten sind im vollen Gange. Der erste Teilabschnitt im Bereich der B 45 kann im September freigegeben werden, die Fertigstellung der Bundesstraße 521 ist für September geplant.

Das „Ballett der Bagger“ begeistert nicht nur Schaulustige, sondern auch Nidderaus Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD). Fast im Minutentakt werden schwere Laster mit Erde beladen, um an der Bundesstraße 521 in Richtung Eichen einen bis zu neun Meter tiefen Einschnitt zu graben. Zehn Bagger und ebenso viele Lastwagen sind im Einsatz, dazu Walzen, Raupen, Fräsen und Kehrwagen, damit das älteste Vorhaben der Nidderauer Stadtentwicklung endlich zum Abschluss kommt: der Bau der Ortsumgehung Heldenbergen/Windecken.

„Es ist beeindruckend zu sehen, wie zielstrebig hier vorgegangen wird. Und es ist schön, dass eine entscheidende Lärmentlastung der Windecker und Heldenbergener absehbar ist“, sagte Schultheiß.

Freigabe für Herbst 2015 geplant

Der Rathauschef erfuhr von Projektingenieur Helmut Köhler von Hessen Mobil noch eine gute Nachricht: Der erste Teilabschnitt von 2,6 Kilometer Länge zwischen der Anbindung an die B 45 bei der Kultur- und Sporthalle Heldenbergen und der B 521 in Richtung Eichen kann schon im September für den Verkehr freigegeben werden. Die Verkehrsfreigabe für die komplette Umgehung ist für September 2015 avisiert.

40 Millionen Euro investiert der Bund für die 7,3 Kilometer lange Ortsumgehung, die mit den als Ästen bezeichneten Zufahrten 8,5 Kilometer Straßenbau erfordert. Die 13 Brückenbauwerke sind komplett errichtet, es fehlen teils nur noch die Rampen. Im November begannen die Erdbewegungen für den Straßenbau. Mittlerweile sind 35 bis 40 Arbeiter und ebenso viele Maschinen täglich im Einsatz, um 350 000 Kubikmeter Erde abzutragen – eine Menge, die einen Fußballplatz 50 Meter hoch bedecken würde, sagt Köhler. Zwölf Kilometer Kanal werden verlegt, 230 Schächte gegraben und fünf Regenrückhaltebecken angelegt, so Hessen Mobil.

„Es läuft sehr gut, dank einer guten Planung, der leistungsstarken Baufirma und des milden Wetters. Wir liegen exakt im Zeit- und Kostenplan“, sagt Ingenieur Köhler, der bereits den Bau der Ortsumgehung Kilianstädten federführend betreute.

Bürgermeister Schultheiß ist zufrieden, dass der fast 40 Jahre währende Kampf um die Ortsumgehung von Erfolg gekrönt ist: „Ohne die politische Einflussnahme unsererseits wären wir womöglich immer noch im Planungsstadium.“

Vor allem die Bürger profitierten davon, ist der Rathauschef überzeugt. Experten gingen davon aus, dass sich das Verkehrsaufkommen in Heldenbergen und Windecken um rund 75 Prozent reduzieren wird. Und die Stadt rechnet sich neue Chancen aus, die letzten Freiflächen im Gewerbegebiet am Lindenbäumchen vermarkten zu können – der besseren Verkehrsanbindung wegen.

Große Chancen

Auch die Eichener Bürgerinitiative „Ja zu Eichen – Ja zum Sprung über die B521“ wittert Chancen durch die neue Umgehung -– Chancen für das neue Feuerwehrgerätehaus auf dem Acker jenseits der B 521, um das sich neues Gewerbe ansiedeln könne. „Das Gebiet wird dadurch wesentlich attraktiver. Wir sind da massiv hinterher“, sagt Otmar Wörner von der Initiative. Er prophezeit neue Kundenströme und damit auch zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt Nidderau. Rewe habe bereits Interesse gezeigt. Die Initiative kämpft für den Neubau des Gerätehauses auf den Feldern jenseits der Bundesstraßenseite. Und weil die Entscheidung darüber wegen der Einsatzfähigkeit der Feuerwehr auf deren eigenen Wunsch um ein Jahr verschoben wurde, „stehen die Chancen gar nicht schlecht“, so Wörner.

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