Maintal

Anstoß an den Listen

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Der Kommunalwahlkampf in Maintal kommt in Fahrt, der Umgang miteinander wird ruppiger. Wechselseitige Steine des Anstoßes zwischen SPD und CDU sind derzeit aber weniger Inhalte, sondern einzelne Namen auf den jeweiligen Kandidatenlisten.

SPD-Vormann und Fraktionschef Sebastian Maier hatte bei der Programmversammlung der Genossen verkündet, dass es für ihn keine Zusammenarbeit mit der CDU geben werde. Grund seien nicht nur Äußerungen von Unionsfraktionschef Martin Fischer zur Flüchtlingspolitik, sondern auch, dass sich auf Platz 10 der Unionsliste mit Christoph Stückenschneider jemand befinde, der im Bürgermeisterwahlkampf erklärter Unterstützer der parteilosen Bürgermeisterin Monika Böttcher gewesen sei.

„Die CDU hat ihren eigenen Kandidaten Markus Heber so was von im Regen stehen lassen. Normalerweise gehen uns Personalentscheidungen anderer Parteien nichts an, aber das war unanständig. Die CDU kann für uns kein verlässlicher Partner sein.“ Zudem habe Stückenschneider, der kein CDU-Mitglied ist, sich öffentlich abfällig über die ehrenamtlichen Stadtverordneten geäußert, die hätten „Profilneurosen“. Das ärgert auch Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser (SPD): „Er sagte sinngemäß, die Stadtverordneten seien alle Idioten und bewirbt sich nun darum, selbst einer zu werden.“ Stückenschneiders Kandidatur hatte übrigens auch CDU-intern für Irritationen gesorgt.

Fischer: Vetternwirtschaft

Fischer, der auch Geschäftsführer der Main-Kinzig-CDU ist, ist seinerseits „stinksauer“, seit er den Namen Boris Kreuter auf Platz 15 der SPD-Liste entdeckte. Der Filmemacher und Regisseur macht seit 2012 in Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen ehrenamtlich das Stadtparlamentsfernsehen in Maintal, das nun nach jüngstem Stadtverordnetenbeschluss ausgebaut werden soll. Ebenfalls beschlossen: Kreuter bekommt dafür 19 000 Euro pro Jahr. Das Parlaments-TV war von der Stadt Maintal zwar ausgeschrieben worden, Kreuter aber übriggeblieben nachdem andere Bewerber wieder absprangen.

Fischer sieht darin „Vetternwirtschaft“. „Nichts gegen Boris Kreuter, jeder kann kandidieren, aber die SPD hat das gewusst und verschwiegen, um den Beschluss für die Förderung noch in der Stadtparlamentsitzung im Dezember unbedingt durchzudrücken. Die haben uns verschaukelt.“ Zweifelhaft ist für den CDU-Fraktionschef außerdem, dass jemand über ein Gremium berichtet, dem er möglicherweise bald selbst angehört.

Kreuter bleibt gelassen: „Ich muss ja erst einmal gewählt werden. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Sollte ich in das Stadtparlament kommen, werde ich das TV natürlich abgeben“, erklärt er. „Man soll nicht mit Steinen schmeißen, wenn man im Glashaus sitzt und keine Themen hat“, kontert Maier in Richtung Fischer. Allen sei das bekannt gewesen.

Mit Blick auf Stückenschneider auf der CDU-Liste räumt Fischer ein, dass „man natürlich den Eindruck haben kann, er habe das Hemd gewechselt“. Und dass einige ein Problem damit hätten. Stückenschneider, der einst schon für Freien Maintaler aktiv war, bestätigt, sich kritisch über „einige Stadtverordnete“ geäußert zu haben. Und: „Ich würde Frau Böttcher wieder unterstützen. Sie war für mich die geeignetere Kandidatin. Man muss unterscheiden zwischen dem Hauptamt der Bürgermeisterin und dem Ehrenamt der Stadtverordneten. Es ist doch egal welche Partei hinter einem Namen steht.“ Er werde auch nicht in die CDU eintreten, obwohl er auf ihrer Liste stehe.

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