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Deutsch lernen ist für viele der erste Schritt, um anzukommen.

Hanau

Andrang auf Deutschkurse

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Im Programm der Volkshochschule Hanau gibt es im Frühjahr und Sommer zwei Kurse für Menschen mit körperlichen und kognitiven Beeinträchtigungen. Die Deutschkurse sind zudem gefragt wie nie. Personal und Geld ist da, aber es fehlt an Räumen für die Angebote.

Vom Kreppelbacken über die Gebärdensprache, von griechischen Tempeln zum jüdischen Hanau, von Lohn und Gehalt zu Fotografie für Frauen: das Programm für das Frühjahr- und Sommersemester der Volkshochschule (VHS) Hanau hat für unzählige Interessen etwas im Angebot. Rund 280 Lehrkräfte und Dozenten bieten gemeinsam 686 Kurse in den Bereichen Politik und Gesellschaft, Kultur und Gestalten, Gesundheit, Sprachen, EDV, Arbeit und Beruf sowie Schulabschlüsse und die Vorbereitung darauf an. Hinzu kommt noch das gesonderte Programm für Kinder und Jugendliche, das insgesamt 57 Kurse umfasst.

Ein Bereich ist dabei im Moment besonders gefragt: Die Sprachen und mit ihnen an der Spitze Deutsch als Fremdsprache. Für das neue Semester gab es bereits 1500 Belegungen für die Deutsch- und Integrationskurse. Zum Vergleich: Alle anderen Sprachkurse im Angebot – es werden außer Deutsch insgesamt 21 Sprachen inklusive der deutschen Gebärdensprache angeboten – haben zusammen 500 Belegungen.

Die große Zahl der Flüchtlinge sei für diese Entwicklung natürlich ausschlaggebend, sagt VHS-Leiterin Elke Hohmann bei der Vorstellung des neuen Programmes am Dienstag. Auch wenn viele Nicht-Flüchtlinge die Kurse belegten – Amerikaner, Niederländer und andere, die vor kurzem nach Deutschland gekommen seien – so sei dennoch der Großteil der Teilnehmer Flüchtlinge.

Finanziell, sagt Stadtrat und Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel (SPD), stelle der große Andrang auf die Sprachkurse kein allzu großes Problem dar. „Die Integrationskurse werden erstattet vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Da entstehen uns netto keine zusätzlichen Kosten.“ Zudem führe die Stadt alle Geldspenden dem Bereich Sprachqualifizierung zu. Hinzu sei eine Entlastung der Kommune durch die Erhöhung der Flüchtlingspauschale durch das Land gekommen. Auch hätten sich genügend Lehrkräfte gefunden. „Das sind wieder zwei Engpässe, die wir überwunden haben“, so der Sozialdezernent. Doch ein neuer ist nicht fern:

Die VHS sucht weiter nach Räumen, um der starken Nachfrage nachzukommen. Bereits jetzt finden viele Kurse in Räumlichkeiten in der ganzen Stadt verteilt statt, oft in Schulgebäuden oder Hallen, die außerhalb der Unterrichtszeiten ohnehin ungenutzt bleiben. Zu den Plänen, mit der VHS in das Kanzleigebäude gegenüber dem Congress Park Hanau (CPH), in dem früher die Stadtbibliothek untergebracht war, zu ziehen, könne er noch nichts Neues sagen, so Weiss-Thiel.

Ukulele spielen hoch im Kurs

Ihm zufolge sei das Interessenbekundungsverfahren, mit dem die Stadt alle Optionen für eine Belegung des Gebäudes prüft, noch nicht abgeschlossen. Deshalb sei nicht klar, ob ein Umzug der VHS dorthin überhaupt möglich sei. Zudem müsse noch geprüft werden, ob sich die Räume, unter anderem wegen der Barrierefreiheit überhaupt eignen würden.

Was sind neben Deutsch als Fremdsprache besonders nachgefragte Kurse im Angebot? „Die Fotografie wird weiterhin sehr stark nachgefragt“, sagt Hohmann. Der Trend zu Norwegisch-Kursen, die in den vergangenen beiden Semestern sehr beliebt waren, sei wieder etwas abgeflacht, dafür sei das Ukulelespielen plötzlich hoch im Kurs.

Weiterhin großes Interesse gebe es zudem an Kursen zur Stressbewältigung und dem Dauerbrenner Kochen, so Hohmann.

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