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Schlüchtern
Solidarität nach rassistischer Attacke
VonGregor Haschnikschließen
Bürger sammeln Unterschriften nach Würge-Attacke.
Nach rassistischen Beleidigungen und körperlichen Attacken gegen einen 57-Jährigen in Schlüchtern haben 150 Bürger:innen eine Solidaritätsbekundung unterzeichnet. Dazu aufgerufen hatten Amöne Nowottny (Grüne) und Clas Röhl, die sich unter anderem für Geflüchtete engagieren.
„Wir sind entsetzt“, heißt es in dem Schreiben. „Wir Schlüchterner verurteilen auf das Schärfste eine solche Gewalttat und erwarten, dass sie mit allen Mitteln unseres Rechtsstaats aufgeklärt und geahndet wird.“ Die Unterzeichner:innen beziehen sich auf einen FR-Bericht, in dem der Betroffene auch eine Würge-Attacke schilderte: „Ich habe keine Luft mehr gekriegt.“ Dazu schreiben die Leute aus Schlüchtern, die sich mit dem aus Südasien stammenden Mann solidarisieren: „Unweigerlich denken wir dabei an einen ähnlichen Verzweiflungsschrei, der letztes Jahr aus den Vereinigten Staaten anlässlich eines Verbrechens dort um die Welt hallte: ,I can’t breathe.‘“
Der Übergriff von Schlüchtern fand am 19. Mai statt: Laut Polizei fuhr der 57-Jährige an einer Metzgerei vorbei, als er von fünf Jugendlichen zum Anhalten gezwungen, rassistisch beleidigt und bedroht wurde. Später kamen eine Frau und ein Mann hinzu. Letzterer soll das Opfer gewürgt haben.
Der FR sagte der Betroffene, ein Jugendlicher habe angekündigt, ihn umbringen zu wollen, weil er „Ausländer und schwarz“ sei. Obwohl Menschen in der Nähe waren, griff zunächst niemand ein. Als er später gewürgt worden sei, „hatte ich Todesangst“. Eine Zeugin ging mutig dazwischen und verhinderte offenbar Schlimmeres.
Die Polizei hat den Staatsschutz eingeschaltet; die Leitung der Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft übernommen.
