Adventssingen mit den Companions.
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Adventssingen mit den Companions.

Bückenkopf in Hanau

Singen für das Kultlokal

Das diesjährige„Adventssingen“ mit den Companions soll dem „Brückenkopf“ helfen. Der Erlös aus dem Eintrittsgeld soll die Musik- und Kulturkneipe dabei unterstützen, für Lärmschutz zu sorgen. Nach Klagen der Nachbarn hat der Brückenkopf bis Jahresende alle Konzerte abgesagt.

Von Anne Lorenc

Eine Stunde vor Kassenschluss war der Rekord beinahe erreicht: „Vor drei Jahren hatten wir beim Adventssingen 170 Besucher im Brückenkopf“, strahlen die beiden Helfer an der Kasse. Jetzt fehlen nur noch zwei Dutzend Besucher, um diese Marke zu überspringen. Im JuBiKuz Hans Böckler im Sandeldamm gab es am Samstagabend nicht nur ein Wiedersehen für die Fans der Rock-Formation The Companions, sondern auch einen Hoffnungsschimmer für das Kult-Lokal „Brückenkopf“. Der Erlös aus den Eintrittsgeldern wird der Musik- und Kulturkneipe zugute kommen, die nach Klagen aus der Nachbarschaft hohe Kosten für Lärmschutzmaßnahmen zu erwarten hat.

Ausweichquartier im JubiKuz

Seit vielen Jahren geben die Companions im Brückenkopf mit ihrem „Adventssingen“ der Vorweihnachtszeit ein ganz eigenes Gepräge. Da wegen der Lärm-Beschwerden die geplanten Musikveranstaltungen im Lokal bis zum Jahresende abgesagt worden waren, suchten Veranstalter und Band ein Ausweichquartier und fanden es im JuBiKuz.

Schon eine gute Stunde, bevor die Nachwuchs-Band Barbizz Allstars das Programm eröffnete, hatte sich am Eingang des Jugend- und Kulturzentrums eine kleine Schlange gebildet. Ganz junge Leute, die sich aus dem Smartphone erst noch eine Prise Techno genehmigten, neben gestandenen Companion-Fans wie Ute Kilian (47) und Maria Stegmann-Rösch (51). „Wir gehen gerne aus“, sagten sie, und dafür sei der „Brückenkopf eine gute Anlaufstelle. Heute Abend seien sie aus zwei Gründen hier: Um Solidarität zu zeigen, und um Spaß zu haben: „In Hanau ist ja sonst nicht viel los.“

Bunt gemischtes Publikum

Im Vorraum vor der Bar war bis zum späteren Abend noch Platz zum Reden, und immer wieder war zu hören, wie wichtig der „Brückenkopf“ für die Musikliebhaber ist. „Früher war ich oft da,“ erzählte eine junge Mutter. „Aber mit zwei Kleinkindern geht das ja nicht mehr.“ Um so mehr freute sie sich auf das „Adventssingen“. Und sie drückte die Daumen, dass das Lokal weiter bestehen kann. Hanau brauche das.

Die sechs Musiker von Companion gaben ihr Bestes und hatten das Publikum ab dem zweiten Song fest im Griff. Sie hatten auf elektronische Verstärkung verzichtet und gaben ihre zuweilen neu interpretierten Rock- und Pop-Klassiker „unplugged“ zum Besten – was der Stimmung im bunt gemischten Publikum gut bekam.

Kompromiss gesucht

Dass sie auf Gage verzichteten und die Einnahmen dem „Brückenkopf“ zur Verfügung stellen, begründete der Band-Sprecher Volker Stelzner damit, dass man in der Szene ein „Signal setzen“ wolle. Für die Anstrengung, in Schallschutz zu investieren falls es denn einen Kompromiss mit den Beschwerdeführern gebe. Das werde sich in der nächsten Woche herausstellen, wenn die nächste Gesprächsrunde stattfinden soll.

Die Einnahmen vom Konzert am Samstag werden nach Stelzners Worten zweckgebunden erst mal auf die Seite gelegt und ausgezahlt, wenn klar ist, welche Maßnahmen im „Brückenkopf“ erforderlich sind. „Das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, gibt Stelzner zu: „Aber ein schöner.“

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