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Sein Talent überzeugt

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Erster Wolfgang-Armin-Nagel-Förderpreis geht an den Schauspieler Patrick Dollmann.

Er spielte in diesem Jahr etwa den Gestiefelten Kater und den Graf Wetter vom Strahl und konnte nicht nur das Publikum in seinen Rollen überzeugen. Eine Jury hat Patrick Dollmann nun zum ersten Träger des neuen Förderpreises der Wolfgang-Armin- Nagel Stiftung gekürt. Der Preis ist mit 2500 Euro dotiert und gestern Abend in Schloss Philippsruhe an den 34-jährigen Dollmann verliehen worden. Wie Barbara Nagel, Frau des Stifters und Mitglied im Stiftungsvorstand, auf Anfrage mitteilte, soll die Auszeichnung jährlich vergeben werden. Die potenziellen Kandidaten können aus allen Sparten der Kunst kommen.

Ein Gremium, das unter anderem etwa besetzt ist mit dem Vorstand, Kulturbeauftragten Klaus Remer, Kulturamtsleiter Martin Hoppe und Festspiel-Intendant Frank-Lorenz Engel, erstellte die Bedingungen. Man habe sich die Auswahl nicht leicht gemacht, sagt Sabine Krempel, Tochter von Barbara und Wolfgang Armin Nagel sowie Mitglied im Vorstand. „Bei den Festspielen treten viele sehr gute Schauspieler auf, daher haben wir Facettenreichtum gefordert“, sagt sie. Außerdem sei der Zeitraum von Gewicht, um die Dauerhaftigkeit der künstlerischen Qualitäten zu erkennen.

Talent und Vielseitigkeit zählt

Der in Berlin wohnende Schauspieler sei durch seine „unglaubliche Vielfältigkeit und seine Begabung aufgefallen, die er seit drei Jahren in Hanau zeigt“. Er habe sich in dramatischen wie komischen Rollen hervorragend eingefunden. Patrick Dollmann verdingt sich zudem etwa als Autor und Sänger. Aktuell ist der Förderpreisträger in Bonn in „Achtung Deutsch!“ zu sehen.

„Anlass für die Auslobung eines Förderpreises ist der 90. Geburtstag von Wolfgang Armin Nagel in diesem Jahr“, sagt seine Witwe. Der Hanauer Verleger verstarb im Mai 1998 im Alter von 75 Jahren. Seitdem besteht die Stiftung, die sich die Förderung von Kunst und Kultur sowie die Unterstützung von gemeinnützigen und mildtätigen Projekten zum Ziel gemacht hat. „Wolfgang Achim Nagel war Zeit seines Lebens begeistert von seiner Geburtstag Hanau.“

Kunst und Soziales helfen

Wolfgang Achim Nagel studierte in München Kunst. 1948 gründetet er den Kuwe Verlag in Hanau. Dort erschienen die Fotobände über Hanau und über den Wiederaufbau von Deutschland nach dem Krieg. Die Aufnahmen machte er selbst. In den 1960er-Jahren erwarb er den H. Peters Verlag. Kunstbücher gehörten fortan zum Sortiment. Glanzpunkt in dieser Zeit war ein Band über den russischen Expressionisten Alexej Jawlensky. Es sei vom Buchhändlerverband zum schönsten Buch des Jahres ausgezeichnet worden.

An Aufwand sei auch bei den Kinderbilderbüchern nicht gespart worden. Modern sollten sie zudem sein. Man habe einen japanischen Illustrator verpflichtet, etwa für die Geschichte über die Eichhörnchen „Matz, Fratz und Lisettchen“. Der mittlerweile verkaufte Verlag beschäftigte zu besten Zeiten zehn Menschen. Barbara Nagel war dort für die internationalen Kontakte zuständig.

„Wir hatten beschlossen, wenn einer von uns stirbt, wird das Haus in Spanien zugunsten einer zu gründenden Stiftung veräußert“, sagt Barbara Nagel. Seit 2003 schüttet die Stiftung ihre Erträge aus für Schulbibliotheken, einen Flügel für Musikunterricht oder zur Anfertigung eines Stadtmodells zur Neugestaltung des Freiheitsplatzes.

Im Bereich Soziales haben zum Beispiel die Obdachlosen im Franziskushaus einen festen Platz gefunden. Zu Weihnachten werden Einkaufsgutscheine ausgegeben. Zudem kommt die Stiftung mit einem Betrag für die Grabpflege von verstorbenen Obdachlosen auf.

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