Der Betrieb der Freibäder im Main-Kinzig-Kreis wird unter Corona nur mit deutlichen Einschränkungen möglich sein.
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Der Betrieb der Freibäder im Main-Kinzig-Kreis wird unter Corona nur mit deutlichen Einschränkungen möglich sein.

Main-Kinzig

Schwimmspaß auf Abstand

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Der Betrieb der Freibäder im Main-Kinzig-Kreis wird unter Corona nur mit deutlichen Einschränkungen möglich sein.

Wird sie kommen oder doch nicht? Wenn Ja, wird die Freibadsaison 2020 mit erheblichen Auflagen verbunden sein und von den Besuchern Geduld und Disziplin abverlangen. Vereine dürfen immerhin ab Juni ins Wasser. In den kommenden Tagen will die hessische Landesregierung über das Wann und Wie der allgemeinen Bäderöffnung entscheiden. Um auf den Termin schnell reagieren zu können, arbeiten einige Kommunen im Kreis an ein Konzept.

Schon seit Anfang Mai quengelt die Gelnhäuser Freibad-Initiative darauf, das Barbarossabad „umsichtig wieder zu öffnen“. Vereine, Senioren, Reha-Patienten und Erholungssuchende benötigten das Nass. Die Initiative hat sich auch schon weitreichende Gedanken gemacht, wie die Infektionsgefahr mit dem Coronavirus minimiert werden kann etwa mit Im-Kreis-Schwimmen, um die Abstandsvorschriften einzuhalten. Überdies ist man der Auffassung, dass im gechlorten Wasser das Virus keine lange Überlebenschance habe.

„Wir sind in Wartestellung“, sagt Großkrotzenburgs Bürgermeister Thorsten Bauroth (parteilos). Das Strandbad Spessartblick lockt auch Besucher aus der weiteren Umgebung auf das weitläufige Seengelände. „Die Betreiberin, die Bäder Service Deutschland (BSD), hat alle notwendigen Vorarbeiten erledigt“, so Bauroth. Er hält den baldigen Betrieb auch mit Blick über die nahe bayrische Landesgrenze für wichtig. „Der Kahler See wird am 18. Juni eröffnet. Die Leute rennen denen dann die Bude ein.“ Aus Maintal heißt es: „Wir prüfen derzeit verschiedene Konzepte für die Wiedereröffnung. Eckpunkte für ein Hygiene- und Sicherheitskonzept für das Maintalbad sind bereits erarbeitet.“

Arbeit an Hygiene- und Pandemieplan

„Es ist schwierig ein Konzept so umzusetzen, dass für den Bürger der Badbesuch Spaß und einen Sinn macht“, sagt Uwe Weier, Geschäftsführer der Hanauer Bäder. Zurzeit wird dort ebenfalls an einem Hygiene- und Pandemieplan gearbeitet, der mit dem Gesundheitsamt abgestimmt und je nach Erlass der Landesregierung modifiziert wird.

Sicher ist jedoch schon jetzt, einen Normalbetrieb wird es auch in Hanau nicht geben. Um die Sicherheitsabstände einzuhalten, muss für jeden Badegast auf der Liegewiese eine 20 Quadratmeter große Parzelle abmarkiert werden. Im Wasser beträgt die Abstandsfläche zehn Quadratmeter, sagt Weier. Was auf der Wiese des Heinrich-Fischer- und des Lindenau-Bads einfach erfolgen kann, stellt sich im Becken als Problem da, das mit erhöhten Aufwand an Aufsichtspersonal gelöst werden soll. Laut Weier lassen sich jeweils zwei Bahnen für das Schwimmen im Kreis zusammenfassen - und das für die populären Schwimmstile. Eine Separierung nach langsamen und schnellen Schwimmern eines Stils, sei hingegen nicht möglich. Hanau Bäder setzt auf die Einsicht der Gäste. Weier sieht im Abstandhalten eine der wichtigsten Maßnahmen gegen eine mögliche Ansteckung im Bad. Beim Schwimmen werde kräftig ein- und ausgeatmet, die Aerosolwolke des Atems verteile sich dabei zunächst auf der Wasseroberfläche, erläutert er. Dass vom Atem eine besondere Übertragungsgefahr ausgeht, davon berichtete jüngst auch das Robert-Koch-Institut. Bislang wurde die Tröpfchenininfektion etwa beim Niesen oder feuchter Aussprache so gesehen.

Für Weier und sein Team enden die Überlegungen nicht am Kassenschalter. „An heißen Tagen haben wir bis zu 3000 Besucher, laut dem Konzept können jedoch nur bis zu 250 hineingelassen werden“, sagt er. Weiteres Sicherheitspersonal am Eingang werde benötigt. Laut jetzigem Konzept müssen jedoch alle Gäste nach zwei Stunden raus, um das Bad komplett zu desinfizieren. Dann komme der nächste Schwung Besucher hinein. Bestimmten Alters- oder Personengruppen bevorzugt Schwimmzeiten zuzuteilen, lehnt Weier ab. „Das verstößt gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz“, sagt er.

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