+
Die Weltkriegsbombe, die auf dem Pioneer-Areal in Hanau gefunden wurde, ist erfolgreich entschärft.

Bombe in Hanau

Schulen zu, Straße dicht, Bombe entschärft

  • schließen

Der Kampfmittelräumdienst hat den 500-Kilogramm-Blindgänger auf dem Pioneer-Areal zügig und ohne Probleme unschädlich gemacht. Die Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurück.

Um 13.49 Uhr kommt die gute Nachricht: Bombe entschärft. Damit ist klar, dass es für die Anwohner der Pioneer-Kaserne im Stadtteil Wolfgang nicht mehr allzu lange dauern würde, bis sie in ihre Wohnungen zurück können. Wer sich schon darauf eingestellt hatte, den Freitagabend oder im ungünstigen Fall sogar die Nacht in der Notunterkunft oder bei Freunden und Verwandten verbringen zu müssen, der konnte jetzt aufatmen. Gegen 14 Uhr konnten dann auch die zahlreichen Verkehrsbeschränkungen wieder aufgehoben werden.

Die Sicherheitskräfte hatten rund um den Fundort der Bombe einen Sicherheitsradius von 1000 Metern gezogen, der evakuiert wurde. Zwischenfälle wurden nicht gemeldet. Eigentlich wohnen in diesem Bereich mehr als 5000 Menschen, die meisten von ihnen waren aber tagsüber ohnehin nicht zuhause oder hatten die Wohnungen bereits vor Beginn der Räumung verlassen, so dass nur eine weit kleinere Anzahl in der Lindenauhalle versorgt werden musste.

Rund 200 Personen hatten das Angebot angenommen, in der Sammelunterkunft die Entschärfung abzuwarten, die meisten von ihnen stammten aus der städtischen Flüchtlingsunterkunft auf dem Sportsfield-Gelände. Sie wurden mit Bussen der Hanauer Straßenbahn AG dorthin gefahren. Ein ortsansässiger Kaffee-Vertrieb hatte kurzentschlossen Maschinen aufgestellt und versorgte die Wartenden mit frisch gebrühtem Kaffee. 

Lesen Sie auch: Bombe in Hanau gefunden: Evakuierung beginnt - Behinderungen im Bahn- und Straßenverkehr

Blindgänger wurde bei Kanalarbeiten entdeckt 

Die Evakuierung war laut Angaben von Polizei und Feuerwehr gegen 13.20 Uhr abgeschlossen, so dass der Kampfmittelräumdienst mit der Entschärfung beginnen konnte. Bei der Weltkriegsbombe handelte es sich um ein 500-Kilogramm-Exemplar. Es war bei Kanalbauarbeiten gefunden worden, die dazu dienen, die weitläufigen Kasernen-Anlagen zu einem Wohngebiet zu entwickeln.

Arbeiter hatten den Blindgänger bereits am Donnerstag entdeckt. Bis er entschärft werden konnte, musste der Räumdienst aber bis Freitag warten. Das dafür benötigte Gerät, ein Wasserschneider, wurde am Donnerstag noch in Limburg gebraucht, wo eine 250-Kilo-Bombe gefunden und ebenfalls unschädlich gemacht worden war. 

Umleitungen und Straßensperrungen 

Den Verkehr hatte die Polizei weiträumig abgeleitet, so dass es unter anderem auf der Hanauer Lamboystraße zu Behinderungen kam. Zeitweise gesperrt werden musste auch die Bundesstraße 43a, die als Zubringer von der Autobahn 3 zur A 66 Richtung Fulda und in den östlichen Teil des Main-Kinzig-Kreises dient. Die Bundesstraße war von 12.30 Uhr an von der Abfahrt Hanau-Hafen bis Hanau-Wolfgang in beiden Richtungen voll gesperrt.

Betroffen war auch die Bahnlinie von Hanau nach Fulda sowie die Strecke Hanau-Friedberg. Auch dort konnten zeitweise keine Züge fahren. Der Verkehr mit den Bussen der städtischen Linien sowie der Regionalbusse, die den Stadtteil Wolfgang anfahren oder passieren müssen, wurde bereits um 11.30 Uhr eingestellt. 

Einige Schulen und Kitas blieben geschlossen 

Deshalb hatte beispielsweise die Karl-Rehbein-Schule in der Innenstadt für betroffene Schülerinnen und Schüler eine Betreuung bis 15.30 Uhr eingerichtet. Geschlossen blieben die Robinson- und die Elisabeth-Schmitz-Schule ebenso wie die Kindertagesstätten Old Argonner, Wolfgang, Sportsfield sowie die firmeneigene Kita von Umicore. Insgesamt waren bei dem Einsatz 120 Kräfte der Polizei im Einsatz, 105 der Hanauer Feuerwehren und 62 vom Betreuungs- und Sanitätszug des Main-Kinzig-Kreises.

Die Pioneer-Kasernen sind die letzten Konversionsflächen Hanaus. Sie wurden 1937 gebaut. Von 1945 bis zum Jahr 2008 nutzte die US-Army das weitläufige Gelände und die Unterkünfte. Bis 2023 soll hier das Wohngebiet „Pioneer Parks“ mit rund 1600 Wohneinheiten für bis zu 5000 Menschen entstehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare