Nidderau Paul-Maar-Schule

Schule soll im Dorf bleiben

  • Detlef Sundermann
    vonDetlef Sundermann
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Das Hessische Kultusministerium stellt die Zukunft der Paul-Maar-Schule im Nidderauer Stadtteil Eichen infrage. Es begründet dies mit einem zu erwartenden Rückgang der Schülerzahlen. Ob der tatsächlich eintritt, ist fraglich.

Die drohende Schließung von Schulen wegen Schülermangels war bislang eher Thema im östlichen Kreisgebiet. Nun hat das Hessische Kultusministerium das Damoklesschwert auch über die Paul-Maar-Schule im Nidderauer Stadtteil Eichen gehängt. Obwohl nach dem jüngst in Wiesbaden genehmigten Schulentwicklungsplan für den Main-Kinzig-Kreis der Bestand der Grundschule bis zum Jahr 2017 gesichert ist, sucht die Stadt schon jetzt das Gespräch mit Kreisschuldezernent Matthias Zach (Grüne).

Für Zach gab es im Begleitschreiben aus Wiesbaden eine klare Anweisung. Das Ministerium prognostiziert bis zum Jahr 2020 einen Rückgang der Schülerzahlen um 17 Prozent auf knapp 35.000. Im Grundschulbereich steht neben fünf Schulen zwischen Freigericht und Schlüchtern auch die Paul-Maar-Schule auf dem Prüfstein. In dem Erlass schreibt das Kultusministerium, dass diese Grundschulen einer genauen Prüfung zu unterziehen seien. Unter Umständen soll der Kreis angemessene Korrekturen im Schulentwicklungsplan mit den Ziel einer Konsolidierung vornehmen, heißt es weiter.

„In den nächsten fünf Jahren ist die Schule nicht gefährdet“, sagt Silvia Fernandez, Rektorin der Paul-Maar-Schule auf Anfrage. Leere Klassenzimmer gibt es nicht. Zurzeit ist die Dorfschule, die den Namen des Kinderbuchautor vom „Sams“ trägt, mit 80 Kindern an der Grenze ihrer Kapazität. Fünf Lehrerinnen unterrichten vier Klassen. Es gibt eine flexible Eingangsstufe: Die erste und zweite Klasse werden gemeinsam unterrichtet. Seit fünf Jahren habe sich das Modell bewährt, so Fernandez. Als Besonderheit verfügt die Schule über einen naturwissenschaftlichen Raum für Experimente.

Mehr Kinder durch Neubaugebiet

Vor ungefähr drei Jahren ist das Schulhaus aus den 60er Jahren saniert worden. Es sei baulich in Schuss, sagt Fernandez. Nicht nur das könnte gut sein für die Perspektive der Schule. „Momentan verzeichnen wir wieder einen Aufwärtstrend bei den Schülern“, sagt Fernandez.

Ob sich damit für den rund 2000 Seelen großen Stadtteil ein demografischer Wandel ankündigt, kann Erste Stadträtin Monika Sperzel (SPD) nicht sagen. Allerdings könnte der sich mit dem kleinen Neubaugebiet an der verlängerten Wehrstraße ergeben. Dort verkauft die Stadt 39 Bauplätze. „Die sind schon fast alle vergeben“, berichtet Sperzel. Ob dort überwiegend junge Familien einziehen werden, ist nicht bekannt. Nicht vorhersehbar ist hingegen die Entwicklung des alten Ortskerns. Ob sich für Eichen eine ähnliche Entwicklung abzeichnet wie vor Jahren in Niederdorfelden, wo viele junge Familien die Häuser der älteren Bewohner erwarben, sei derzeit nicht zu erkennen, heißt es.

Außer der wohnortnahen Grundschulversorgung komme der Paul-Maar-Schule noch eine andere Aufgabe zu, wie die Stadträtin bemerkt. Dort werde überdurchschnittlich hoch die Nachmittagsbetreuung von den Eltern in Anspruch genommen. Zurzeit sind es 27 Kinder. Ein Förderverein beschäftigt hierfür eine Erzieherin und zwei Zusatzkräfte. Für viele Eltern sei eine Nachmittagsbetreuung im Ort wichtig wegen der sozialen Bindung, sagt Monika Sperzel.
Am 13. Dezember will sie mit Schuldezernent Zach auch deshalb über eine sichere Zukunft der Paul-Maar-Schule reden.

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