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Philip Monteith aus Maintal mit seinen Schwarzkopfschafen, die als Naturpfleger jobben.
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Philip Monteith aus Maintal mit seinen Schwarzkopfschafen, die als Naturpfleger jobben.

Maintal

Die Schotten mähen günstiger

Hobbyschäfer Philip Monteith verleiht seine Tiere an die Stadt Neu-Isenburg - als kostenlose tierische Rasenmäher. Auf die Idee kam er im Urlaub.

Von Andreas Hartmann und Wiebke Rannenberg

Von den Schotten erzählt man sich ja abenteuerliche Dinge, und das bekannteste Vorurteil ist ihre sprichwörtliche Sparsamkeit. Da hat sich nun auch der Brite Philip Monteith, der betont, dass er schottische Vorfahren hat, löblich hervorgetan. Seit 35 Jahren wohnt er in Maintal, seit einigen Jahren hält und züchtet er schottische Schwarzkopfschafe. Und die brachten den Landschaftsgärtner auf eine Spar-Idee: Er könnte der Stadt Neu-Isenburg, in deren Dienstleistungsbetrieb er arbeitet, seine neun Schafe ausleihen, gewissermaßen als kostenlose tierische Rasenmäher.

Und tatsächlich: Seit Donnerstag grasen die überaus dekorativen Wollknäuel auf einem rund 8000 Quadratmeter großen Grundstück neben der Reiterschänke, das der Stadt Neu-Isenburg gehört. Bisher musste hier zweimal im Jahr gemäht werden, etwa 2000 Euro kostete das die Stadt. Die Bio-Rasenmäher mit schottischen Wurzeln machen das nun gratis, gegen Gras und Logis. Das Futter wächst auf einem Gelände mit altem Baumbestand und kleinem Teich mehr als üppig – neudeutsch spräche man hier von einer Win-win-Situation.

Idee im Urlaub geboren

Die Idee sei ihm erst vor vier Wochen gekommen, in einem Urlaub in den Black Mountains in Wales, sagt Monteith. Dort habe er sich mit Schäfern unterhalten, deren Tiere in Landschaftsschutzgebieten grasten.

Neu-Isenburgs Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) griff sofort zu, und nur zwei Wochen, nachdem Monteith den Vorschlag eingereicht hatte, bekam er das Okay. Zumal die Schafbeweidung auch gut ist für die Natur, wie der Neu-Isenburger Biologe Markus Bucher betont: „Wir können auf dem Grundstück jetzt auf den Einsatz von Maschinen verzichten, die viel Lärm und Abgase erzeugen und Kleinsäuger und Vögel gefährden.“ Das sieht auch der Hobby-Schäfer so. Schließlich habe er früher selbst die Wiese gemäht, sagt er. Und dem feuchten Boden habe der eingesetzte Schlepper durchaus geschadet.

Auch in Maintal gibt es viele Wiesen. Doch dort habe er bisher nicht gefragt, ob seine Schafe gebraucht würden, sagt Monteith. Aber er hätte nichts dagegen. Schließlich lebt er seit 35 Jahren in dem Ort, aus dem seine Frau stammt und in dem er sie kennengelernt hat: 1989 beim Hochstädter Weinfest. Zudem kommt er aus der Hanauer Partnerstadt Dartford.

Fester Zaun wichtig

Doch zurück zu den Schafen: Wichtig sei ein fester Zaun, in Maschen würden sich die Schwarzkopfschafe mit ihren Hörnern verheddern, sagt er. Doch nun grasen die schottischen Schwarzköpfe zunächst bis Ende November in Neu-Isenburg, dann ziehen sie auf das heimische Grundstück am Hühnerberg außerhalb von Maintal-Wachenbuchen. Im Frühjahr geht es zurück.

Allein lässt Monteith seine Herde aber nicht, zweimal täglich schaut er nach Leitschaf Dolly und den anderen. Einen Namen haben sie alle, und „natürlich kann ich sie auseinanderhalten“, sagt der 55-Jährige.

Die schottischen Schwarzköpfe sind wirklich ein reines Hobby – Geld kann man mit ihnen nicht verdienen. „Mir tut das immer sehr leid, wenn ich nach der Schur die Wolle entsorgen muss“, sagt Monteith, „kein Mensch will so etwas noch haben.“

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