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Ein Schokohase aus Bruchköbel. Volker Schadeberg und seine Frau Barbara haben den Einstieg in die Schokoladenmanufaktur gut abgepasst. "Genuss steht hoch im Trend", sagt die 47-jährige Bruchköbelerin. Ähnlich wie beim Kochen verwendeten die Leute wieder mehr Zeit und kauften bewusster ein.
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Ein Schokohase aus Bruchköbel. Volker Schadeberg und seine Frau Barbara haben den Einstieg in die Schokoladenmanufaktur gut abgepasst. "Genuss steht hoch im Trend", sagt die 47-jährige Bruchköbelerin. Ähnlich wie beim Kochen verwendeten die Leute wieder mehr Zeit und kauften bewusster ein.

Bruchköbel

Die Schokohasen-Macher

Ihre Traditionsbäckerei haben Volker und Barbara Schadeberg in eine Schokoladenmanufaktur verwandelt. Seither läuft das "Schokolädchen" - grade vor Ostern hat Süßes Hochsaison.

Von Jörg Andersson

Auf Backblechen liegen Häschen in Reih und Glied. Mürbeteiggebäck, garniert mit Kulleraugen und einer knalligen Karotte aus Zuckerguss, die Löffel in Schokolade getunkt. Rund 200 Stück zählt die Produktionsserie, die gerade in Folie mit Schleifchen eingebunden wird.

Konditormeister Volker Schadeberg blickt auf das Tagewerk, darunter auch hunderte von gefüllten Schokoladeneiern. Bis zu 20 Beschäftigte arbeiten in diesen Tagen in dem kleinen Bruchköbler Familienbetrieb.

"Das Ostergeschäft ist relativ kurz und schwer zu planen. Oft kaufen die Leute spontan und erst im letzten Moment", berichtet Frau Barbara. Anders als Weihnachten, wenn im Betrieb mit wochenlangem Vorlauf Adventskalender und Nikoläuse produziert werden.

Bis zu 400 Geschmacksaromen

"Schokolädchen" nennt sich Schadebergs Firma, die sich zudem auf Hochzeitstorten spezialisiert hat. Das Hauptgeschäft aber sind Pralinen. "Damit machen wir 60 Prozent unseres Umsatzes", sagt der Konditormeister und prüft frisch garnierten Nougat-Trüffel.

Drei Tage benötigt die Herstellung der edlen Süßwaren, deren Vielfalt handelsübliche Schokoladenkonsumenten erstaunt. "In den Kakaobohnen stecken bis zu 400 Geschmacksaromen", erzählt Schadeberg. Sein Favorit ist "Cocoa", feine Tafelware aus Südamerika, 70 Prozent Kakaoanteil, "mit leichter Fruchtnote", wie der Konfiseur verrät.

Brötchen bäckt Schadeberg heut nicht mehr

Meister Schadeberg (58) hat den Spaß am Beruf wiedergefunden. Es gab auch andere Zeiten. 20 Jahre nachdem er den 1881 in Bruchköbel gegründeten Familienbetrieb übernommen hatte, stand eine Zäsur bevor. Schadeberg, bis 2001 auch Obermeister der Bäckerinnung Hanau, hatte genug vom härter werdenden Konkurrenzkampf mit den Backshop-Filialen und zog sich sukzessive aus dem Brötchengeschäft zurück.

Fünf eigene Geschäfte in Bruchköbel, Hanau, Maintal wurden aufgegeben, und Schadeberg widmete sich ganz seiner Passion, der Konditorei. Zunächst probeweise, schließlich schnell mit wachsendem Erfolg. Die ersten handgeschöpften Schokoladen fanden reichlich Liebhaber. Seit 2006 ist der Stammbetrieb in Bruchköbel eine reine Konfiserie. Wo einst fünf Backöfen standen, schmilzt heute Schokolade in Temperiergeräten, wird dann in Kühlschränken konserviert.

Drei "Schokolädchen" unterhält der Familienbetrieb, darunter in der Kaiserstraße in Frankfurt und in der Hanauer Innenstadt. Gerade ist das Hauptgeschäft in der Bruchköbeler Hauptstraße umgebaut worden und verfügt nun über eine gemütliche Sitzecke mit rotem Sofa und Sesseln.

Liebevolle Verpackungen sind sehr wichtig

Schadeberg und seine Frau Barbara haben den Einstieg in die Schokoladenmanufaktur gut abgepasst. "Genuss steht hoch im Trend", sagt die 47-Jährige. Ähnlich wie beim Kochen verwendeten die Leute wieder mehr Zeit und kauften bewusster ein.

"Immer häufiger kommen bei uns Männer ins Geschäft, die ihren Frauen Pralinen statt Blumen schenken und dabei viel Wert auf eine liebevolle Verpackungen legen", erzählt Barbara Schadeberger, die sich intensiv mit Herkunft und Kultur von Schokolade vertraut gemacht hat. Sie besucht Messen, leitet Seminare und hat den Vertrieb der eigenen Produkte bis nach Österreich, Belgien und sogar Finnland angekurbelt.

Die Rohstoffe bezieht der Familienbetrieb aus Deutschland und Frankreich. In Bruchköbel werden sie veredelt. Immerhin ein halbes Dutzend Marzipanpralinés findet sich im Angebot, Champagnertrüffel und Mousse au Chocolat verkaufen sich am besten. Jetzt kommen die Sommertrends. Die Rede ist von weißer Schokolade mit Früchten - Erdbeer, Orange oder Limone.

Andere Geschmacksrichtungen haben ihren Höhepunkt überschritten. "Cashew-Nüsse und Chili sind schon wieder auf dem Rückzug", erzählt Barbara Schadeberg.

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