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Schöner wohnen auch im Alter

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Pfarrerin Katrin Kautz und Pfarrer Reiner Modenbach bei der Einweihung des neuen Alten- und Pflegezentrums im früheren Landratsamt.
Pfarrerin Katrin Kautz und Pfarrer Reiner Modenbach bei der Einweihung des neuen Alten- und Pflegezentrums im früheren Landratsamt. © Chris Hartung

Nach nur zwei Jahren Bauzeit ist das Alten- und Pflegezentrum im früheren Hanauer Landratsamt fertiggestellt. Im selben Gebäude eröffnete vor wenigen Tagen auch die Paula-Fürst-Schule.

Von Andreas Zitzmann

"Jugendstilvilla in Hanau zu verkaufen". Als dem Berliner Projektentwickler Recona vor knapp drei Jahren diese Offerte gemacht wurde, war man dort zunächst zögerlich. Eine Villa passte nicht so recht ins Portfolio.

Vor Ort änderten die Berliner ihre Meinung: Immerhin handelte es sich um etwas mehr als eine Villa - ein gediegenes ehemaliges Landratsamt aus der Jahrhundertwende samt diverser Nebengebäude. Und das alles in vorteilhafter Nähe zur Innenstadt.

Recona griff zu, am gestrigen Donnerstag wurde das neue "Stadtteilzentrum an der Kinzig" an der Eugen-Kaiser-Straße mit einem kleinen Festakt offiziell seiner Bestimmung übergeben. Der Komplex, der aus dem alten Behördenhaus, einem umgestalteten Neubau und einem komplett neu errichteten Gebäude besteht, versteht sich als mehr als ein "Altenheim".

Es sieht sich laut Eigenwerbung als "modernes Dienstleistungszentrum für ältere Menschen". Betrieben wird es von dem kommunalen Betrieb Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises.

Dessen Aufsichtsratsvorsitzender, Kreisbeigeordneter André Kavai (SPD), nannte als Grund für das Engagement unter anderem die stetig abnehmende Nachfrage nach Zweibett-Zimmern in der Altenpflege. Im Wohnstift in der Lortzingstraße werden sie sukzessive zu Einbett-Zimmern umgebaut. In dem neuen Alten- und Pflegezentrum an der Kinzig gibt es nur noch solche Zimmer. Und die ersten neun Bewohner sind bereits eingezogen. Das alte Landratsamt war bereits vor einem Jahr bezugsfertig; dort wurden barrierefreie Wohnungen untergebracht, die inzwischen fast alle vermietet sind.

Die alten Menschen bleiben nicht unter sich. Vor wenigen Tagen wurde im gleichen Komplex die Paula-Fürst-Schule eröffnet, dort werden Kinder unterrichtet, die aufgrund einer Krankheit für längere Zeit ihre eigentliche Schule nicht besuchen können. Nach zwei Jahren Unterbrechung wird Hanau ab 1. April auch wieder eine Praxis für Schmerztherapie und Palliativmedizin haben, die ebenfalls im alten Landratsamt eröffnet.

Bereits am 10. März hat im Neubau - Zugang in der Rückertstraße - ein kleiner Friseurladen geöffnet. Dieses Geschäft steht auch für den grundsätzlichen Anspruch, für alle da zu sein, nicht nur für die Bewohner, eben ein "Stadtteilzentrum". Die Freiflächen zwischen den Gebäuden werden demnächst bepflanzt, außerdem sollen dort noch spezielle Spielgeräte aufgestellt werden, mit denen sich besonders ältere Menschen beweglich halten können. "Im Garten sind", so Heimleiter Friedhelm Preis, "alle willkommen, auch aus der Nachbarschaft."

Das alles kann nur funktionieren, wenn genügend qualifiziertes Personal vorhanden ist. Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) warnte während der Feierstunde vor einem sich zuspitzenden Fachkräftemangel. Er denkt vor diesem Hintergrund an ein "Bündnis für Altenpflege" mit dem Kreis: "Die Ausbildung muss populärer, das Ansehen der Altenpflege gefördert werden."

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