Schöneck

Sanierung des Alten Büdesheimer Schlosses

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Der Investor Werner Dietz gibt keine Kaufzusage für das Alte Büdesheimer Schloss. Nun ermittelt die Stadt die Kosten der Sanierung.

Wird das Alte Büdesheimer Schlosses nun doch von der Gemeinde saniert und modernisiert? Nachdem Investor Werner Dietz mit Ende einer sechs Wochen Frist seine Kaufabsicht nicht verbindlich zugesagt hat, soll nun ein neues Kostengutachten erstellt werden. Die FDP-Fraktion hat dies mit einem Antrag in den parlamentarischen Geschäftsgang gebracht. Fraktionschefin Anke Pfeil: „Wir sehen nun glücklicherweise eine realistische Chance, über die Zukunft des Alten Schlosses auf einer neuen, einer sachgerechten Grundlage zu diskutieren.“ Der Verein Rettung Altes Schloss feiern die Situation als „Etappensieg“. Am morgigen Dienstag wird der Haupt- und Finanzanschuss die Forderung beraten, eine Woche später sollen die Gemeindevertreter darüber abstimmen. Das Gutachten könnte die Grundlage dafür bilden, dass die Gemeinde die Sanierung des Schlosses aus dem 16. Jahrhundert nun doch selbst stemmt.

„Dass Herr Dietz nun keine Zusage macht, ist für uns keine Niederlage“, sagt Bürgermeisterin Cornelia Rück (SPD) auf Anfrage. Dietz habe als Vorbedingung Baurecht für sein Konzept verlangt, so Rück. Das sei jedoch vorab nicht möglich. Knackpunkt bildet die zusätzliche Bebauung des Schlossareals mit Wohnungen. Hierzu hat die Denkmalbehörde in einer nichtöffentlichen Studie mehrere Möglichkeiten aufgezeigt, die bei Dietz nicht auf Ablehnung gestoßen seien sollen. Laut Rück geht die Studie bei den Neubauten von einer städtebaulichen Änderung aus, die einen Bebauungsplan erfordere. Der Investor war für eine Anfrage telefonisch nicht zu erreichen.

Die Verkaufsbefürworter CDU und SPD wollen dem FDP-Antrag zustimmen. CDU-Fraktionsvize Konrad Jung betont: „Mit dem Gutachten bleibt jedoch alles vollkommen offen.“ Die Kostenschätzung werde sicherlich auch bei der Frage helfen, wie das Vorhaben finanziert werde, aus Zuschüssen oder über Grundverkauf. Er betont, dass nicht nur die Sanierung der Innenräume und der barrierefreie Zugang zum Brendel-Saal betrachtet werden müsse, sondern auch die sechs Jahre alte Kostenschätzung für die Fassadenerneuerung. Damals sind 300 000 Euro angesetzt worden, die wohl heute nicht mehr zu halten seien, so Jung.

„Erstmal neural betrachten“, heißt es bei der SPD zur neuen Entwicklung. „Die Fraktion ist am Erhalt des Schlosses sehr interessiert“, sagt die stellvertretende Fraktionschefin Claudia Ditzel. In den vergangenen Monaten sei der SPD auch „deutlich geworden, dass mehr Bürger am Schloss hängen, als die Fraktion gedacht hat“. Allerdings hätten sich die Gemeindefinanzen zwischenzeitlich nicht geändert.

Bürgermeisterin Rück sieht derzeit auch wenig Spielraum aus dem Gemeindeetat das Schloss instand zu setzen. Der Haushalt sei zwar ausgeglichen, aber für diese Ausgabe in noch unbekannter Höhe nicht belastbar. Ein weiterer Anstieg der ohnehin schon hohen Grundsteuer von 500 Prozent sei dem Bürger nicht zuzumuten .

„Es ist ein Erfolg, dass wir jetzt die Chance haben, mitbestimmen können“, sagt Björn-Magnus Becker, Vorsitzender des Verein Rettung Altes Schloss. Dem Verein widerstrebt eine Bebauung des Schlossgeländes mit Wohnungen. Das werde mittelfristig auch den Betrieb auf der nahen Sportanlage und die Existenz des von dort ausgehenden Laternenfestes gefährden, wenn sich die Neubürger erst ihre Ruhe einklagen. Becker kann sich eine Kooperation mit der Gemeinde vorstellen. „Wir wollen gern Ideengeber sein und nicht gegen die Gemeinde agieren - was mit ihr bewegen und dabei realistisch sein“, sagt er. Da die Verkaufsabsicht nicht vom Tisch ist, heißt es für den Verein: „Wir müssen weiterhin wachsam bleiben.“

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