Die Niddatalbahn.
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Verkehr

Niddertalbahn: Studie empfiehlt zügigen Gleisausbau

  • vonJürgen W. Niehoff
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Die Niddertalbahn zwischen Frankfurt und Glauburg-Stockheim soll spätestens 2027 mehr Menschen transportieren. Eine Elektrifizierung der Strecke würde die Kosten verdoppeln.

Nicht nur Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) drückt im Hinblick auf den Ausbau der weitgehend einspurigen Bahnverbindung zwischen Frankfurt und Glauburg-Stockheim aufs Tempo. Auch die Anrainerkommunen Niederdorfelden, Schöneck, Nidderau und Altenstadt sowie die Landkreise Main-Kinzig und Wetterau und der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) wollen endlich Taten sehen. Eine Machbarkeitsstudie, die Auskunft über die Art des Ausbaus der liebevoll auch Stockheimer Lieschen genannten Bahnstrecke sowie über die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen geben soll, liegt vor. Auf Beschluss der Auftraggeber wurde sie als Zusammenfassung veröffentlicht und konnte auf den jeweiligen Rathäusern eingesehen werden. Schöneck hatte nun Rüdiger Krenkel, den neuen Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft (KGV) des Main-Kinzig-Kreises, in die Bauausschusssitzung eingeladen, um mehr Einzelheiten zu erfahren.

Demnach kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass sich der Ausbau der Niddertalbahn lohnen würde. Die Zahl der Fahrgäste habe sich seit 1985, als man sich Gedanken über die Stilllegung der Strecke wegen Unwirtschaftlichkeit machte, vervierfacht und liegt derzeit bei mehr als 8000 Nutzern pro Tag. Die laut Studie beste Variante, ein zweigleisiger Ausbau, lässt sich nicht durchführen, da die Strecke zum Teil sehr enge Kurven hat und oft auf engstem Raum durch Wohngebiete führt. Deshalb ist nur eine abschnittsweise Zweigleisigkeit möglich.

Besseres Fahrangebot  

Die Elektrifizierung der Strecke soll in die Planung aufgenommen werden, bleibt jedoch wegen der erheblich höheren Kosten ein langfristiges Ziel. Die Rede ist von circa 100 Millionen Euro im Gegensatz zu rund 40 Millionen, die für den Ausbau des Gleisbetts zu Buche schlügen. Schließlich dränge die Zeit. Der gegenwärtige Vertrag mit der Bahn AG zum Betrieb der Niddertalbahn läuft bis 2027. Für die Neuausschreibung eines größeren und moderneren Zugangebots, beispielsweise mit Doppelstockwagen, müsse die Gleisanlage modernisiert sein.

Nach Krenkels Schilderung soll spätestens ab 2027 ein besseres Fahrangebot mit erhöhten Zugkapazitäten erreicht werden – in den Spitzenzeiten soll die Linie im 15-Minuten-Takt, ansonsten im 30-Minuten-Takt fahren. Auch eine deutliche Verbesserung des Komforts durch weitere umsteigefreie Verbindungen wird angestrebt. Das aber geht nur durch den zügigen Ausbau der Strecke.

In der Machbarkeitsstudie werden zwei Varianten gegenübergestellt. Die Variante „Elektrifizierung“ kommt zu einem deutlich besseren Ergebnis, auch im Hinblick auf den Umweltschutz. Nachteil dabei sind jedoch die erhöhten Kosten und die wesentlich längere Bauzeit von voraussichtlich drei bis vier Jahren. Bauausschussmitglied Dieter Schulz (SPD) sprach sich für den eingleisigen Ausbau mit weiteren Begegnungsmöglichkeiten für Züge aus, bei der die Dieselloks weiterhin gebraucht würden. Der Ausbau solle so schnell wie möglich begonnen werden. Die Dieselloks könnten irgendwann durch solche mit Wasserstoff- oder Elektroantrieb ersetzt werden.

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