1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Main-Kinzig-Kreis
  4. Schöneck

Experte fürs Wunschauto

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Fabio Carlos (33) aus Büdesheim verspricht den mühelosen Autokauf.
Fabio Carlos (33) aus Büdesheim verspricht den mühelosen Autokauf. © privat

Ein Schönecker Auto-Berater hilft Käufern und Verkäufern beim schwierigen Weg durch den Gebraucht- und Neuwagen-Dschungel. Dem FR-Redakteur Jörg Andersson hat er erzählt, worauf es beim Kauf ankommt.

Von Jörg Andersson

Ein paar gezielte Blicke, einige Fragen und schon steht die erste Einschätzung. „Den würde ich ins Ausland verkaufen, bringt vielleicht noch 2000 bis 2500 Euro“, urteilt Fabio Carlos beim Anblick des 13 Jahre alten Variants, Kilometerstand 235.000. Hierzulande bekämen die meisten Kunden „ab 100.000 Kilometer weiterhin Panik, obwohl das in der Regel völlig unbegründet ist“, ergänzt der Autobranchen-Berater, wie er sich nennt. Man könnte auch Makler sagen, „aber den Begriff mag ich nicht“, fügt er hinzu.

Carlos (33) hat portugiesische Wurzeln, ist ein Kind des Rhein-Main-Gebiets und wohnt nun in Büdesheim. Eine Zeitlang hat der gelernte Autoverkäufer bei einer bekannten Marke als Vertriebsleiter gearbeitet und sich nun selbstständig gemacht. „Wer einen Wagen kaufen will, selbst aber keine Zeit hat oder Stress und Mühe scheut, der ist bei mir richtig“, behauptet Carlos. Der Kunde nennt sein Budget und beschreibt das Wunschauto. Carlos kassiert eine Pauschale und macht sich auf die Suche - in Fachzeitschriften, bei Händlern, im Internet - bundesweit. Selbstbewusst erzählt er, dass sich manch einer am Ende in einenTyp verliebt habe, den er gar nicht auf der Liste hatte.

Bei Neuen vergleicht er Re-Importe oder Tageszulassungen. Die Lockangebote für gängige und beliebte Modell ähnelten sich in einem Punkt. Ob Sonderausstattungen, Preisnachlässe oder erhöhte Angebote für den Alten. Carlos: „Unter dem Strich kommt zumeist der gleiche Nachlass raus.“

Sein Hauptaugenmerk gilt den Gebrauchten. Wer gut verkaufen will, sollte Scheckhefte und möglichst alle TÜV-Berichte und Reparaturrechnungen aufbewahren, rät er. Pflege und Kleinigkeiten seien wichtig. Ein kaputter Sitz sei eben „eklig“ und drücke den Preis oft mehr als wichtige Fahrzeugdaten. Umgedreht habe er ein Blick für gefälschte Scheckhefte, manipulierte Tachos, Spaltmassen oder Lackierbetrüger.

Der eingangs taxierte Variant wird auf dem Gebrauchtwagenmarkt mit1800 Euro gehandelt, versichert sich Carlos im Internet. Besser bewertet ist da sein 15 Jahre alter BMW der 5er-Reihe. Doch der hat auch erst 105.000 runter.

Carlos fährt noch zwei BMW, darunter ein 30 Jahre altes Dreier-Carbrio. Sein Traumwagen, ein Aston-Martin, ist ihm zu teuer.

Auch interessant

Kommentare