Hanau/Main-Kinzig

Schnelle Hilfe bei Notfällen

Adressenliste für Schüler im Scheckkartenformat.

Die 15-Jährige Julia hat große Schwierigkeiten: Mit ihrer Mutter gibt es ständig Streit, die beste Freundin ist nach Düsseldorf gezogen und in der Schule läuft es auch nicht gut. An wen soll sie sich wenden? Im „Notfallflyer“ findet sie Beratungsstellen, die ihr helfen können.

Mit diesem Beispiel haben das Landesschulamt, die Stadt Hanau und der Main-Kinzig-Kreis am Dienstag ihre neue Adressensammlung für Schülerinnen und Schüler vorgestellt. Für den Notfallflyer haben die Fachleute knapp 20 Beratungsstellen in Stadt und Kreis zusammengestellt, die Kindern und Jugendlichen schnell und unkompliziert helfen – wenn sie Probleme mit Mitschülern oder mit den Eltern haben ebenso wie bei Fragen rund um Liebe und Sexualität. Dazu gehören die Beratungsstellen der Kommunen ebenso wie das Diakonische Werk, der Sozialdienst Katholischer Frauen, das Frauenhaus Wächtersbach und das Jugendnetzwerk Lambda.

Ausgewählt wurden Organisationen, „die wir für vertrauenswürdig halten und die gut erreichbar sind“, sagte Schulamtsdirektor Felix Weilbächer, der im Staatlichen Schulamt für den Komplex „Schule und Gesundheit“ zuständig ist. Da es in Notfällen schnell gehen müsse, seien keine Organisationen aufgenommen worden, die nur ein- oder zweimal in der Woche Sprechzeiten hätten.

36000 Notfallflyer

Die Notfallflyer in Form eines zehnseitigen Leporellos sind so klein wie eine Scheckkarte, sodass die Jugendlichen sie immer bei sich tragen können. Verteilt werden sie in den kommenden Wochen von den Lehrerinnen und Lehrern an die Schülerinnen und Schüler der vierten bis zehnten Jahrgangsstufe, 36000 Exemplare wurden gedruckt.

Mit dem Notfallflyer werde das Programm „Gesundheitsfördernde Schule“ ergänzt, sagte Weilbächer. Dabei gehe es nicht darum, die Hilfe von Familie und Freunden auszublenden. Manchmal traue sich ein Kind jedoch nicht oder schäme sich, mit Eltern oder Freunden zu reden. Da sei es wichtig, dass die jungen Leute anderswo unkomplizierte, niedrigschwellige Hilfe bekämen.

Mitgemacht haben neben dem Schulamt die Stabsstelle Prävention Hanau und im Kreis die Stabsstelle Schulentwicklung. Die Arbeit im Netzwerk soll weitergehen, für 2014 ist eine Neuauflage des Faltblatts geplant. (ran.)

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