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Der Tierärztliche Notdienst ist ein Segen für die Haustierhalter im Main-Kinzig-Kreis: Kater Tiger wird untersucht.

Main-Kinzig

Schnelle Hilfe für den Liebling

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25 Jahre Tierärztlicher Notdienst / 15 Veterinäre kooperieren im Kreis.

Münzen hatte er zum Fressen gern, der Welpe. „Schon beim Röntgen war zu sehen, dass er sich wohl als Spardose betätigt hat“, sagt die Nidderauer Tierärztin Gabriele Rummel. Seine Besitzer sind mit ihm zu der Tierärztin gekommen, auch wenn das außerhalb der Sprechzeiten liegt.

Rund um die Uhr

Denn Rummel und 15 weitere Kollegen aus dem Kreis bieten den „tierärztlichen Notdienst“ an: Abends, nachts oder an Wochenenden behandeln sie Unfälle, Vergiftungen oder Geburtskomplikationen. Oder stehen zur Verfügung, wenn Tierheim oder Feuerwehr verletzte Fund- oder Wildtiere bringen. In diesem Jahr feiert die Kooperation ihr 25-jähriges Bestehen.

„Für Hanau gibt es den Dienst sogar schon seit 32 Jahren“, sagt Hilde Freisen, die die Tierarztpraxis ihres Mannes in Hanau leitet. Vier Veterinärmediziner haben damals kooperiert, um an Wochenenden eine medizinische Versorgung sicher zu stellen. „Das hieß, jeder musste einmal im Monat am Wochenende ran“, sagt Freisen. Für die Tierhalter in der Stadt sei das eine große Erleichterung gewesen, denn zuvor mussten sie bei Notfällen außerhalb der Sprechzeiten entweder in die Gießener Uniklinik oder nach Frankfurt zur Tierklinik.

Seit 1989 gibt es den Notdienst für den Main-Kinzig-Kreis, aus dem Wochenendangebot ist ein täglicher Dienst geworden. „Anfangs ging es um die Zeit von Samstags 8 Uhr bis Montags 8 Uhr, aber inzwischen sorgen 16 niedergelassene Tierärzte dafür, dass zu jeder Zeit eine Versorgung sichergestellt ist“, sagt Rummel. Seit 21 Jahren beteiligt sie sich.

Mit ihrer Kollegin Margit Rogalla ist sie für die Koordination des Angebots zuständig. Im Halbjahrestakt werden die Pläne entworfen, jede Praxis gibt ihre Wunschtermine an. „Das alles unter einen Hut zu bringen, ist schon aufwendig.“ Denn nicht nur die Tierärzte, auch das Praxispersonal muss dabei berücksichtigt werden.

Froh seien die Besitzer, dass es eine rasche Hilfe gebe, wenn es ihren Lieblingen schlecht gehe, sagt Freisen. Die Einsätze könnten nicht unterschiedlicher sein, da sind sich die beiden Frauen einig. Häufig müssten verschluckte Fremdkörper wie Münzen oder Gummitiere herausoperiert oder Unfälle behandelt werden. „Und leider gibt es auch im Main-Kinzig-Kreis öfters Fälle, in denen Hunde oder Katzen Giftköder gefressen haben“, sagt Rummel.

Aber es gebe auch „schöne Notfälle“ wie den Kaiserschnitt, wenn alle Welpen lebendig zur Welt kämen. „Das ist dann immer ein glückliches Erlebnis.“ Vom Exoten über Kleintiere bis zum Hund wird beim Notdienst alles behandelt, Pferde und Nutztiere aber nicht. Generell gelte es, sich erst unter der Notfallrufnummer zu melden und dann den Tierarzt aufzusuchen. Da es sich meist um Klienten handelt, die nicht in der Praxis bekannt sind, ist der Dienst bar oder per EC-Karte zu zahlen.

Höhere Honorare beim Notdienst

„Für Dienste außerhalb der Sprechzeiten schreibt die Gebührenordnung eine erhöhte Behandlungsgebühr vor“, sagt Freisen. Aber man müsse auch bedenken, dass es in der Humanmedizin ebenso sei – und Personalkosten entstünden auch beim Notdienst. Und wenn der Patient die Praxis verlassen hat, geht die Arbeit noch weiter: Es wird ein Bericht für den Haustierarzt angefertigt, der diesem morgens zur Praxisöffnung dann per Fax vorliegt, damit er die weitere Behandlung vornehmen kann.

Viermal jährlich treffen sich die teilnehmenden Tierärzte zum Austausch über den Notdienst. „Das ist schon etwas besonderes, dass wir in dem Bereich so gut und so lange zusammenarbeiten“, sagt Rummel.

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