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Gründau

"Schluss mit lustig"

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Am frühen Morgen soll der Gelnhäuser seiner Ex-Freundin aufgelauert - und ihr gezielt in den Kopf geschossen haben. Nun steht der 40-Jährige vor Gericht und muss sich wegen versuchten Mordes verantworten.

"Es war das perfekte Leben. Wir hatten eine wundervolle Beziehung", sagte der 40 Jahre alte Angeklagte vor der Großen Strafkammer am Landgericht. Am frühen Morgen des 28. März lauerte der Gelnhäuser seiner Ex-Freundin und ihrem Freund auf. Der Angeklagte soll dem 46-Jährigen gezielt in Kopf und Bauch geschossen haben, so die Anklage. Seit gestern muss sich der Schütze wegen versuchten Mordes verantworten.

Vor zwei Jahren seien in der fünf Jahre währenden Beziehung erste Eifersuchtsmomente aufgetreten. Weil seine Freundin nicht pünktlich von der Arbeit zurückkam, glaubte er, dass sie ein Verhältnis mit ihrem Chef habe. Als Koch in einer Kneipe und später als Aufsicht in einer Spielothek habe man sich zudem kaum nicht gesehen, erklärte er sein Misstrauen. Im November 2007 sei es zur Trennung gekommen. Er habe das akzeptiert, sei aber über den Schock nicht hinweg gekommen. Fast täglich sei er an dem Haus in Rothenbergen vorgefahren, habe sich nächtens auf die Terrasse gesetzt und sich gefragt: "Warum hast du das verloren?"

Die Antwort gab vor Gericht die 41-Jährige. Am ganzen Körper zitternd bei der Befragung, berichtete sie von der krankhaften und unbegründeten Eifersucht des Mannes, die mit ständigen Kontrollen und sexuellen Bedürfnissen einherging. Sogar einen Versicherungsvertreter wollte der Angeklagte rabiat vor die Tür setzen. Nach der Trennung begann für die Frau erst recht der Psychoterror. In den ersten Tagen erhielt sie von ihm 100 SMS auf ihr Handy. Beim Hundausführen war er in ihrer Nähe, kontrollierte ihre Anwesenheit, Türgriffe und Autolenkrad wurden mit Farbe beschmiert und die Reifen zerstochen.

Als ihr neuer Freund am 28. März kurz nach 3 Uhr das Haus verließ, um als Auslieferungsfahrer seine Arbeit zu beginnen, sprang der Ex-Freund hinterm Busch hervor, feuerte mit einer Pistole drei Kugeln ab, eine durchdrang den Oberarm der Frau. "Jetzt ist Schluss mit lustig mein Freund", soll der Rasende geschrieen haben. Es kam zwischen den Männen zu einer Rangelei, bei der dem 46-Jährigen mit der Pistole mehrfach schwer auf den Kopf schlagen wurde.

So schwer, dass dieser in die Knie ging. Der Angeklagte soll hierbei die Waffe an die Wange des Mannes gehalten und abgedrückt haben. Die Kugel durchschlug die Mundhöhle. Der Getroffenen richtete sich trotz der Verletzung auf. Erneut wurde auf ihn ein Schuss gefeuert, der in den Bauch ging. Dann habe sich der Angeklagte umgedreht und sei ruhig weggegangen, sagten die Opfer. Der Mann gab an, vom Angeklagten zuvor zwei Drohanrufe erhalten zu haben. "Du hast dir den falschen Mann zum Feind gemacht", soll der Angeklagte gesagt haben.

Kurzzeitige Lebensgefahr, Kieferbruch und der Verlust von acht Zähnen: So lautet die Bilanz für den Angeschossenen. Es sind aber nicht nur die körperlichen Narben, die quälen. "Er hat mir an dem Tag eigentlich das Leben genommen", sagte die Frau und zitterte. Der Prozess wird fortgesetzt.

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