Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schlüchtern

Schlüchtern: Anklage nach rassistischem Angriff

  • Gregor Haschnik
    VonGregor Haschnik
    schließen

Die Staatsanwaltschaft wirft zwei Männern Körperverletzung und Beleidigung vor.

Nach der rassistischen Attacke im Mai dieses Jahres in Schlüchtern hat die Staatsanwaltschaft Hanau jetzt zwei Verdächtige angeklagt. Wie Oberstaatsanwalt Dominik Mies auf Anfrage der Frankfurter Rundschau bestätigte, wirft die Behörde zwei Männern im Alter von 21 und 43 Jahren Beleidigung beziehungsweise Körperverletzung vor. Der Fall liegt nun beim Amtsgericht/Jugendrichter Gelnhausen, wo die am 8. November eingereichte Anklage geprüft wird.

Laut Staatsanwaltschaft soll der jüngere Angeschuldigte am 19. Mai 2021 einen 57-Jährigen Schlüchterner mit dem N-Wort beschimpft haben. Später sei der 43-Jährige hinzugekommen und habe das Opfer, das in den 1980er Jahren aus Asien nach Deutschland kam, gewürgt, „indem er ihn am Kragen seines Pullovers gepackt und diesen umgedreht“ haben soll.

Die angeschuldigten Männer weisen die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurück. Für sie gilt, wie für alle Tatverdächtigen, die Unschuldsvermutung.

Das Ermittlungsverfahren gegen eine weitere Verdächtige, eine 44-Jährige, sei nach Paragraf 170 Absatz 2 der Strafprozessordnung eingestellt worden, weil kein hinreichender Tatverdacht vorliege, sagte Mies. Im Polizeibericht stand, die Frau habe mit einer Jacke versucht, die Tat vor Blicken anderer abzuschirmen.

Die FR hatte als Erste umfangreich über den Fall berichtet, bei dem der Staatsschutz ermittelte. Nach Angaben des Betroffenen war er so heftig gewürgt worden, dass er keine Luft mehr bekam und Todesangst hatte.

Er sei gegen 19.45 Uhr langsam die Straße „Amtsberg“ entlanggefahren, als mehrere Jugendliche ihn zum Anhalten gezwungen, rassistisch beleidigt und bedroht hätten, auch mit dem Tod. Die Aggressivität hätten sie damit begründet, dass er Ausländer sei. Zunächst griff niemand ein. Dann soll eine mutige Passantin dazwischengegangen sein und Schlimmeres verhindert haben.

Nach dem Vorfall unterzeichneten 150 Bürger:innen eine Solidaritätsbekundung für den Betroffenen. Dazu aufgerufen hatten Amöne Nowottny und Clas Röhl. An einer Kundgebung gegen Rassismus und Hass, die im Juli stattfand, nahmen 200 Menschen teil.

Schlüchtern war bereits 2019 in den Schlagzeilen: In der dortigen Polizeistation hatten Beamte am 27. Januar, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, die deutsche und die hessische Flagge kopfüber auf halbmast gehängt. Dies dient beispielsweise in der Reichsbürger:innenszene dazu, die Bundesrepublik zu verunglimpfen. An jenem Tag sollte zudem möglicherweise der Holocaust verharmlost werden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt stellte das Ermittlungsverfahren gegen die vier Polizisten ein. Es sei nicht strafbar, die Flaggen auf diese Weise aufzuhängen, auch nicht an besagtem Datum. Gegen einen Beamten sprach die Polizei eine Disziplinarstrafe aus. Die anderen Verfahren endeten, weil demnach keine politische Motivation für das falsche Aufhängen festgestellt worden sei.

Im ebenfalls im Main-Kinzig-Kreis liegenden Birstein mussten sich Fußballer 2018 nach einer rassistischen Hetzjagd in Sicherheit bringen. In Wächtersbach schoss ein Rassist 2019 auf den Geflüchteten Bilal M. und verletzte ihn lebensgefährlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare