Das O.C.D.-Trio rockt und genießt die Stimmung im Windecker Schlosskeller.
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Das O.C.D.-Trio rockt und genießt die Stimmung im Windecker Schlosskeller.

Nidderau Schlosskeller Windecken

Der Schlosskeller lebt weiter

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
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Die Zukunft des Schlosskellers Windecken ist gesichert. Die Inhaberin des Musiklokals, Nicole Stahlberg, hat einen neuen Pachtvertrag unterzeichnet. Sie erhält Unterstützung von einem Förderverein.

Nicole Stahlberg ist mehr als erleichtert. „Ich bin glücklich. Die Zeit der Ungewissheit ist endlich vorbei“, sagt die Inhaberin des beliebten Musiklokals Schlosskeller Windecken. Vor wenigen Tagen hat Stahlberg mit der Eigentümergemeinschaft des Kellers einen neuen Pachtvertrag unterzeichnet, der vom 1. Januar des kommenden Jahres an gilt. Wenn keiner der Vertragspartner kündigt, verlängert sich die Laufzeit automatisch um ein Jahr. „Die Lösung ist gut. Wir können erst mal schauen, wie es läuft, streben aber eine langfristige Zusammenarbeit an“, sagt Stahlberg.

Weitere Details, etwa zu den finanziellen Bedingungen, will Stahlberg nicht verraten. Sie spricht lediglich von einem „guten Kompromiss, der die Interessen beider Seiten berücksichtigt“. Und sagt, dass sie den Schlosskeller ohne den im Juli gegründeten Kulturverein Windecker Schlosskeller wohl nicht hätte weiter betreiben können. Dem Förderverein gehören mittlerweile rund 80 Mitglieder an. „Ohne sie hätte ich den Betrieb nicht mehr stemmen können“, so Stahlberg.

Lange war die Zukunft des Schlosskellers in der Schwebe, es drohte das Aus. 2002 hatte Musikliebhaberin Stahlberg das Lokal in dem damals leerstehenden Keller eingerichtet und zu einem kleinen, aber feinen Veranstaltungsort aufgebaut. Auf der Bühne stehen vor allem Rock-, Jazz- und Bluesmusiker. Es ist eine historische Stätte, einst residierten dort die Hanauer Grafen. Mit den einstigen Eigentümern, einem älteren Ehepaar, hatte Stahlberg einen vergleichsweise günstigen Mietvertrag abgeschlossen.

Handgemachte Musik

Später klagten die neuen Besitzer, eine Eigentümergemeinschaft aus Bad Vilbel, gegen den Vertrag. Nach eigenen Angaben brauchen sie eine höhere Pacht für dringend notwendige Investitionen, unter anderem in die Technik, die Toiletten und die Küche. Nachdem der Rechtsstreit mit einem Vergleich geendet hatte, sollte der Mietvertrag Ende dieses Jahres auslaufen. Die neuen Bedingungen hätte Stahlberg nicht alleine stemmen können, weder finanziell noch organisatorisch.

Deshalb ist sie froh, dass sich im Förderverein so viele Schlosskeller-Fans zusammengefunden haben, die sie unterstützen wollen. Dem Verein haben sich übrigens auch Mitglieder der Bad Vilbeler Eigentümergemeinschaft angeschlossen, was Nicole Stahlberg als positives Zeichen wertet. Jetzt können Stahlberg und die Mitglieder des Fördervereins nach vorne schauen. Und sie haben auch schon einige Ideen, wie sie mehr Besucher in den Schlosskeller locken könnten.

„Wir wollen unseren Gästen weiterhin gute, handgemachte Musik bieten“, sagt Stahlberg, die seit einigen Monaten wieder Soziale Arbeit studiert. In Zukunft sollen Nachwuchstalente aber „noch stärker gefördert und eingebunden werden“. Neben zahlreichen Young Sessions könnte es eine Zusammenarbeit mit Musikschülern geben. Außerdem sollen Workshops und Lesungen mit regional und überregional bekannten Autoren stattfinden. „Es gibt viele gute Ansätze im Verein, weitere Mitglieder und Vorschläge sind willkommen.“ Am wichtigsten sei jedoch, so Stahlberg, „dass der Schlosskeller weiterlebt“.

Weitere Informationen gibt es unter www.schlosskeller-windecken.de. Der Förderverein trifft sich wieder am Sonntag, 1. Dezember, um 19 Uhr.

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