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Sanierte Konzerthalle

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Die Konzerthalle in Bad Orb wird renoviert.
Die Konzerthalle in Bad Orb wird renoviert. © Sascha Rheker/attenzione

Die Konzerthalle in Bad Orb wandelt langsam ihr Gesicht. Die Sitze bleiben so bequem wie bisher, haben künftig nur eine andere Farbe.

Von Jörg Andersson

Im Theatersaal sind die Veränderungen augenfällig. 500 dimmbare Lampen schimmern über wieder schneeweißen Gipsplatten. Das Parkett ist frisch geschliffen. Die einst blauen Sitzreihen wirken im neuen Rotton festlich. Andreas Ollertz ist sichtlich zufrieden. „Ein großer, bequemer Stuhl, heute gibt es so was gar nicht mehr“, sagt der Architekt und streicht über das Polster und die neu lackierten Armlehnen. Ein Fall von behutsamer Sanierung. Im Kern sind die in einer Steinauer Polsterwerkstatt aufgemöbelten 880 Zuschauerplätze so alt wie die gesamte Bad Orber Konzerthalle, die im Mai 1958 als eine der seinerzeit modernsten feierlich eröffnet wurde. „Wir wollen den Charakter des Gebäudes nicht verändern“, betont Ollertz fast ehrfürchtig.

Seit anderthalb Jahren läuft in der denkmalgeschützten Immobilie die überfällige Generalüberholung. Sie soll bis 2011 abgeschlossen werden. Kostenpunkt: 3,8 Millionen Euro.

Als die Handwerker im Frühjahr 2009 anrückten, war die 52 Jahre alte Halle mit ihrer imposanten Glasfassade ein Sicherheitsrisiko. Kulturprogramm lief nur noch unter erhöhtem Feuerwehraufgebot, weil es an Brandschutztüren, Fluchtwegen oder zeitgemäßer Lüftungsanlage mangelte. Außen senkte sich das Gebäude an den Seitenüberhängen um etliche Millimeter. Immer mehr der zehn Quadratmeter großen Fensterscheiben zeigten deutliche Risse. Immerhin bescheinigten Gutachter der korrodierten Stahlkonstruktion keine statischen Mängel. Zwischenzeitlich sind mehr als 800 Quadratmeter Verbundsicherheitsglas neu eingesetzt worden. Im nächsten Bauabschnitt werden auch die Glasflächen im unteren Hallenbereich mit dem 550 Plätze umfassenden Gartensaal ersetzt.

711000 Euro aus dem Konjunkturpaket sowie 260000 Euro Zuschuss vom Main-Kinzig-Kreis haben die Modernisierung des 52 Jahre alten Gebäudes und größten Veranstaltungshalle der Region erleichtert, berichtet Kurdirektor Jörg Steinhardt. Erschwerend ist die Sanierung bei laufendem Betrieb. Erst jetzt, nachdem bei der Opernakademie der Vorhang gefallen ist, geht es an die Technik. Auch die Künstlergarderoben und Sanitäranlagen sind noch nicht fertig. Derweil beginnt am 24. September wieder die Theatersaison und im Oktober stehen Tagungen auf dem Programm.

So muss vieles zwischendurch erledigt werden. Soeben ist das Geländer mit seinem Messinghandlauf um 30 Zentimeter angehoben worden. Die Heizkörper darunter warten noch auf ihren Anstrich. Im Eingangsbereich müssen die Besucher noch über zerbrochene Waschbetonplatten laufen. Architekt Ollertz empfiehlt ohnehin den Zugang über den Kurpark. „Von dort erschließt sich der freistehende Glaspalast viel schöner.“

Neu in der Konzerthalle ist die Gastronomie. Bei Veranstaltungen serviert nun eine Cateringgesellschaft der Mediclin Getränke und Snacks dort, wo früher die Garderobe war, die nun auf der gegenüberliegenden Seite angebracht ist. Die neuen Pächter kümmern sich nicht nur um die Besucher, sondern stellen nach eigenen Angaben auch neue Gäste in Aussicht. Die bundesweit in 45 Häusern agierende Mediclin will die Konzerthalle vermehrt als eigenes Tagungszentrum nutzen.

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