Maintal Magistrat

Sachtlebers Pläne

  • Gregor Haschnik
    vonGregor Haschnik
    schließen

Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) will nach seiner Wiederwahl Bürger weiter einbinden. Die SPD sieht seine Wiederwahl kritisch.

Voller Tatendrang präsentierte sich Ralf Sachtleber am Tag nach seiner Wiederwahl. Es würde „lange“ dauern aufzuzählen, was er in seiner zweiten sechsjährigen Amtszeit vorhabe, sagte der parteilose Erste Stadtrat. Eines sei ihm aber besonders wichtig: „Ich will das Vertrauen zwischen Politik, Verwaltung und Bürgern stärken. Wir sind hier auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel“, meint der Hauptamtliche. Um Misstrauen abzubauen, wolle er noch stärker auf Bürgerbeteiligung setzen, „auch wenn es dadurch etwas länger dauert. Dafür sind Projekte, in die Bürger eingebunden werden, nachhaltiger.“

Sachtleber wurde am Montagabend mit einem knappen Vorsprung wiedergewählt. Von 44 Stadtverordneten stimmten 23 für eine weitere Amtszeit Sachtlebers ab 2014, 21 dagegen. Zuvor hatten sich CDU, FDP, Grüne und die Grüne Alternative Maintal (GAM), die zusammen 24 Stimmen haben, für den 42-Jährigen ausgesprochen. Die SPD und die Wahlalternative Maintal (WAM), für die am Montag 20 Parlamentarier abstimmten, hatten eine Wiederwahl abgelehnt. Damit gab es in den Parteien, die Sachtleber unterstützen wollten, wohl einen Abweichler.

Die WAM plädierte dafür, die Ergebnisse des Bürgerhaushalts abzuwarten. Die Stadtverordnetenversammlung lehnte einen entsprechenden Antrag der Partei jedoch ab. In den Bürgerhaushalt war vorher der Vorschlag eingegangen, die Stelle des Ersten Stadtrats zu streichen, weil die Stadt so etwa 160 000 Euro pro Jahr sparen könne. WAM-Fraktionschef Jörg Schuschkow sagte daraufhin, das Parlament solle den Bürgern nicht vorgreifen, sondern zunächst deren Diskussion über den Posten verfolgen.

Die SPD sieht Sachtlebers Bestätigung kritisch. Das machte der stellvertretende Fraktionschef Alexander Kühn im Parlament erneut deutlich: „Ralf Sachtleber hat einen hohen Anspruch bei seiner Arbeit. Er pflegt einen fairen Stil und trickst nicht – was im Maintaler Magistrat nicht selbstverständlich ist“, sagte Kühn. Diese Eigenschaften seien jedoch keine hinreichenden Bedingungen dafür, Maintal erfolgreich weiterzuentwickeln.

Sachtleber streitet Vorwürfe ab

Der Stadtrat habe kein gutes städtebauliches Konzept, so Kühn. Die SPD trete dafür ein, dass Maintal bald keine Aneinanderreihung von Stadtteilen sei, sondern zu einer Stadt mit einer „neuen Mitte“ zusammenwachse. Sachtleber habe diesen Vorstoß der Sozialdemokraten abgeblockt. Auch deshalb wollte die SPD die Stelle ausschreiben: „Wir nehmen uns die Chance, einen Besseren zu finden“, sagte Kühn.

Sachtleber streitet die Vorwürfe ab: „Ich habe mit der SPD lange diskutiert.“ Die Idee von einer Stadtmitte sei noch nicht vom Tisch: „Wir lassen den Vorschlag von Stadtplanern prüfen.“ Die Ergebnisse sollen den Bürgern vorgelegt werden, später soll das Parlament entscheiden.

Natürlich habe er sich eine deutlichere Mehrheit bei seiner Wahl gewünscht, so Sachtleber. Er wolle das Ergebnis aber nicht überbewerten, weil er die Mechanismen der Parteien nicht beurteilen könne. Stattdessen „will ich mich darauf konzentrieren, unsere Projekte voranzutreiben“, sagt Sachtleber und zählt einige auf: das neue Gewerbegebiet und den Marktplatz in Bischofsheim, die Renaturnierung und den zusätzlichen Naherholungsraum am Mainufer. Und nicht zuletzt wolle die Stadt belebte Plätze schaffen, mit denen sich die Maintaler identifizieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare