Zu hoch und zu nackig

Passanten bewerten Kunstwerk unterschiedlich

Nachmittags am Taxistand vor dem City-Center: Von ihrem Wagen aus haben die beiden Männer direkten Blick auf das Kunstwerk. Begeistert sind sie nicht. "Das wirkt nur hingestellt," kritisiert Mohammed Rachimi. Auch Kollege David Alim sagt: "Es hat für mich keine Bedeutung. Etwas zu den Grimms hätte besser gepasst. Oder zu Rudi Völler."

Tillmann Hess fragt sich zwar ebenfalls: "Was stellt das dar?", findet aber, dass die Skulptur "die Optik des Platzes deutlich verbessert". Ein Ehepaar aus Großauheim nennt das Kunstwerk gar "sagenhaft schön" und "ausgefallen". Dass der Bildhauer so empfindlich auf den Spitznamen "Tüte" reagiert, verstehen sie allerdings nicht. "Joint-Tüte" ist auch die erste Assoziation, die einem älteren Herrn einfällt. "Es sieht nicht schlecht aus", wertet seine Frau, aber die Proportionen seien nicht gelungen: "Zu hoch, zu nackig".

Die Schlichtheit und weiße Lackierung trüben tagsüber bei mehreren den Kunstgenuss: "Das sieht aus wie ein Küchensieb", sagt ein Passant. Auch eine Mitarbeiterin der Family-Apotheke kann sich mit der "metallenen Optik" nicht anfreunden. "Etwas mit Blumenschmuck würde mir besser gefallen", erklärt sie. Lisa Lehmann hätte sich ebenfalls "Blumenrabatte" gewünscht. "Oder aber einen Springbrunnen." Über die Skulptur hingegen schüttelt sie den Kopf: Mit "mehreren Damen" habe sie gesprochen. Alle seien sie zu dem Schluss gekommen: "Und dafür gibt die Stadt Geld aus."

Mohsen Abassi von der Hähnchenbraterei gefällt das Werk zwar, doch er findet die Investition für die gesamte Neugestaltung übertrieben. Zwei Kollegen aus Linsengericht und Bad Orb haben das Kunstwerk bei der morgendlichen Fahrt zur Arbeit glatt übersehen: "Der Knalleffekt fehlt." pam

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